Ich lag immer noch in diesem Krankenhausbett, mein Körper war ein Gefängnis, aber mein Geist brannte. Ich spielte die Aufnahmen ab, wieder und wieder, jeden Ton, jedes Flüstern.
Markus’ Stimme war scharf, von Panik durchzogen, während er am Telefon mit den „Haien“ sprach. Ich hörte seine Drohungen, seine Ausreden, seine Versprechen.
Und dann, in einem Strom von verzweifelten Worten, war es da.
Ein Zahlencode. Dann ein Codename, den er so schnell murmelte, dass ich ihn beim ersten Hören überhört hatte.
Es war, als würde er einen Schleier lüften, der die wahre Natur unseres „Vermögens“ verbarg. Das waren nicht nur Immobilien. Das waren die Schlüssel zu den Konten, die die illegalen Gelder des Syndikats verwalteten.
Ich drückte die Wiedergabetaste erneut, verlangsamte die Passage digital. Die Zahlenreihe stand nun klar vor mir, eine Sequenz, die nur ein Insider kennen konnte.
Es war der Zugangscode zu den verborgenen Kassen.
Markus hatte sie im Eifer des Gefechts preisgegeben, blind vor Angst und Gier. Er wusste nicht, dass ich sie nun besaß.
Ich schloss die Augen. Der Schweiß perlte auf meiner Stirn, nicht von Fieber, sondern von der kalten Erkenntnis, welche Macht ich plötzlich hielt.
Der Anrufbeantworter des Syndikats. Das war Markus’ eigene Falle.
Am nächsten Morgen kam Elias. Er trug einen großen Blumenstrauß mit Lilien, meine Lieblingsblumen.
Er stellte sie auf meinen Nachttisch, seine Bewegungen waren ruhig und bedacht. Seine Augen trafen meine, und darin lag mehr als nur Besorgnis.
„Die Luft ist dick, Helene“, sagte er leise. Seine Stimme war kaum über ein Flüstern zu hören.
„Ich rieche es“, antwortete ich. Ich hatte das Gefühl, als ob das ganze Krankenhaus von unsichtbaren Fäden durchzogen wäre.
Elias nickte. „Der Alte ist unruhig. Es gibt Gerüchte.“
Ich wusste, welche Gerüchte er meinte. Gerüchte über Unregelmäßigkeiten. Gerüchte über Verrat.
„Markus ist nervös“, fuhr Elias fort. „Er macht Druck bei Faber. Die Übertragung soll schnell gehen.“
Ich konnte sehen, dass Elias sich Sorgen um meine Sicherheit machte. Er war der loyalste Mann, den ich kannte, meine Verbindung zur Außenwelt des Syndikats.
„Faber muss wissen, worauf er sich einlässt“, sagte ich, meine Stimme war heiser.
„Das habe ich bereits angedeutet“, sagte Elias. Er wusste, was das bedeutete.
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