Ihre neue Ehefrau tauschte einen vergifteten Saft aus und filmte den Schwiegervater, der danach ihr Zimmer betrat, aber die Wahrheit zerbrach alles.
Das rätselhafte Wort „Gruber“ hallte in Antons Ohren nach.
Ich sah, wie er immer wieder auf den Notizzettel in seiner Hand blickte.
Die Augen meines Mannes waren voll von einer neuen, dunklen Entschlossenheit.
„Herr Gruber ist unser Familiennotar“, sagte Anton leise.
Seine Stimme war kaum mehr als ein Flüstern.
„Er kümmert sich um die Testamente, die Erbschaften. Alles, was mit den Richters zu tun hat.“
Mir fröstelte es.
Der Name des Notars war mir aus unseren Hochzeitsvorbereitungen bekannt.
Er hatte die letzten Papiere für unser Ehegelübde und die Eigentumsübertragung einiger kleinerer Vermögenswerte vorbereitet.
Anton griff nach seinem Laptop.
Er begann, den Namen „Gruber“ in Kombination mit „Richter“ und „Finanzen“ in eine Suchmaschine einzugeben.
Ich stand neben ihm, mein Herz klopfte unregelmäßig gegen meine Rippen.
Die Spannung in unserem kleinen Hotelzimmer war beinahe greifbar.
Bald darauf stieß Anton einen leisen Fluch aus.
„Das ist es“, murmelte er, seine Finger fuhren über den Bildschirm.
„Max’ Erbschaft.“
Er zeigte mir Dokumente, die er online gefunden hatte.
Es waren ältere Vermerke und einige öffentlich zugängliche Grundbuchauszüge.
„Seit Jahren werden kleinere Vermögenswerte, die eigentlich Max zugestanden hätten, auf Umwegen verschoben“, erklärte Anton.
Seine Stimme wurde fester, wütender.
„Oder sie wurden in schwer nachvollziehbare Fonds investiert. Immer über die Kanzlei von Herrn Gruber. Immer auf Anweisung meines Vaters.“
Die Enthüllung traf mich wie ein Schlag.
Es war nicht nur ein Versuch, mich aus dem Weg zu räumen.
Es war ein tief verwurzeltes Netz aus Gier und Kontrolle.
Gerhard wollte nicht nur seine Macht über Max, sondern auch dessen finanzielle Zukunft.
„Das ist unglaublich“, sagte ich, meine Stimme zitterte.
Anton schüttelte den Kopf.
„Nein, Luise. Es ist nur typisch für meinen Vater.“
Er blickte mich an, und in seinen Augen lag eine Mischung aus Scham und Wut.
„Ich habe das schon länger geahnt. Diese merkwürdigen Bewegungen auf Max’ Konten, die er nie richtig erklären konnte. Aber ich wollte es nie wirklich glauben.“
Wir saßen schweigend da.
Das Klicken der Tastatur war das einzige Geräusch in der Stille.
Anton sammelte weitere Beweise, druckte Seiten aus und erstellte eine Zeitleiste.
Währenddessen wurde mir klar, dass die Gefahr nicht nur von Gerhard selbst ausging.
Gerhard versuchte, unsere Familienbande zu zerreißen.
Ich hatte in den letzten Stunden mehrere verpasste Anrufe von meiner Schwiegermutter, Karin, gehabt.
Auch von Tante Helene.
Als ich Karin endlich erreichte, klang ihre Stimme kühl.
„Luise?“, sagte sie, ohne die übliche Wärme.
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