Als der diplomatische Vater heimkehrte, fand er seine Familie im Schuppen, während seine Mutter und Schwester die Villa mit seinen €480.000 plünderten.
Der Geruch von feuchtem Holz und abgestandenem Rauch hing schwer in der Luft des Schuppens. Elias saß auf dem zusammengebrochenen Stuhl und blickte seine Mutter an, deren Gesicht blass und eingefallen war.
Die wenigen Tage seit Vaters Rückkehr hatten nichts an ihrer verzweifelten Lage geändert.
“Mama, wir können hier nicht bleiben”, sagte Elias, seine Stimme war kaum mehr als ein Flüstern.
Ein feiner Schauer lief Clara über den Rücken, obwohl es im Schuppen kalt war.
Sie zupfte nervös an den ausgefransten Ärmeln ihres dünnen Mantels, ihre Augen waren trüb.
“Dein Vater wird es verstehen”, fuhr Elias fort, seine Hoffnung klang beinahe trotzig.
“Er muss uns doch aus diesem Elend herausholen.”
Clara schüttelte langsam den Kopf, eine Bewegung, die ihr ganzes Wesen zu lähmen schien.
“Es ist kompliziert, Elias”, murmelte sie, ihre Stimme klang zerbrechlich.
“Deine Großmutter… sie sagt, ich brauche diese Ruhe.”
Ein Schatten fiel über die offene Tür des Schuppens, und Elias zuckte zusammen.
Adelheid stand da, ihre makellose Frisur und ihr teurer Kaschmirmantel wirkten wie eine Beleidigung in dieser armseligen Umgebung.
Ihre Augen glitten mit einer Mischung aus Geringschätzung und Besorgnis über Clara und Elias.
“Ach, Elias, immer noch diese Fantasien vom großen Umzug?”, sagte Adelheid mit einer gespielten Freundlichkeit, die kälter war als jeder Hohn.
Ihre Lippen zogen sich zu einem dünnen Lächeln.
“Ich habe deiner Mutter doch schon erklärt, dass dies der beste Ort für sie ist.”
Elias spürte, wie sich in seiner Brust eine unbändige Wut zusammenbraute.
“Mama ist krank, Großmutter”, entgegnete er, seine Stimme war fester, als er erwartet hatte.
“Sie braucht ein richtiges Bett und warmes Essen, nicht diese ‘Ruhe’.”
Adelheid schob die Lippen vor und legte einen Finger nachdenklich an ihr Kinn.
“Krank? Elias, du dramatisierst wieder”, erwiderte sie, ihr Tonfall war herablassend.
Sie wandte sich Clara zu, ihre Miene wurde ernster.
“Clara, mein Kind, du weißt doch selbst, wie zart deine Nerven sind. Der Trubel in der Villa, die ständigen Gäste – das würde dich nur überfordern.”
Clara sank tiefer in sich zusammen, ihr Blick wich Adelheids Blick aus.
“Aber… Georg ist doch da”, versuchte Clara leise.
“Er würde sich um uns kümmern.”
Adelheid lachte kurz, ein scharfes, trockenes Geräusch.
“Georg hat genug um die Ohren, Clara. Seine diplomatischen Pflichten, der Aufbau seines Büros. Er braucht keine weitere Belastung durch deine… nennen wir es ‘speziellen Bedürfnisse’.”
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