Als der diplomatische Vater heimkehrte, fand er seine Familie im Schuppen, während seine Mutter und Schwester die Villa mit seinen €480.000 plünderten.
Frau Schmidt saß an ihrem Schreibtisch im Büro von Dr. Georg Hoffmann, als Elias’ verschlüsselte E-Mail ankam. Die Betreffzeile war diskret, aber der Inhalt ließ sie sofort innehalten.
Sie kannte Elias seit er ein kleines Kind war.
Ein stiller, aber aufmerksamer Junge.
Ihr Bauchgefühl sagte ihr, dass dies keine kindliche Fantasie war.
Sie öffnete die E-Mail, ihre Finger zitterten leicht.
Die Fotos des leeren Sparbuchs für Clara Hoffmann und die beigefügte Audiodatei trafen sie wie ein Schlag.
Sie setzte ihre Kopfhörer auf und spielte die Aufnahme ab.
Katrins beiläufige Klage über das Fälschen von Georgs Unterschrift, Adelheids kalte Ermahnungen – die Worte waren unmissverständlich.
Frau Schmidt schaltete die Aufnahme aus.
Ein tiefer Schmerz zog sich durch ihre Brust.
Sie war seit über zwanzig Jahren Georgs Sekretärin.
Sie hatte ihm beim Aufbau seiner Karriere geholfen, seine Finanzen verwaltet, seine politischen Kontakte gepflegt.
Georg war für sie mehr als nur ein Chef; er war ein Mann von Integrität, dessen Ruf sie mit aller Kraft geschützt hatte.
Doch die Stimmen auf der Aufnahme waren echt.
Der Anblick des leeren Sparbuchs war ein klarer Beweis dafür, dass Georgs Geld, das für Clara bestimmt war, nie angekommen war.
Frau Schmidt begann, die Finanzberichte der letzten fünf Jahre zu überprüfen, jene Berichte, die Georg regelmäßig von seiner Mutter erhalten und ihr dann zur Archivierung weitergegeben hatte.
Sie hatte sie immer für korrekt gehalten, blindem Vertrauen in Georgs Familie folgend.
Ihre Augen huschten über die Zeilen.
Monatliche Überweisungen von Georgs Auslandskonto an Adelheid, €8.000, genau wie Elias es gesagt hatte.
Doch es gab keine weiteren Einträge für ein separates Konto für Clara.
Frau Schmidt spürte einen Kloß im Hals.
Sie hatte diese Berichte immer oberflächlich geprüft, die Summen waren hoch, aber plausibel.
Sie scrollte weiter, ihre Stirn legte sich in tiefe Falten.
Eine Position stach ihr ins Auge: “Anwesenpflege der Villa Hoffmann”.
Die Beträge dafür waren exorbitant hoch, Monat für Monat.
€3.500 für Gartenarbeiten?
€2.000 für kleinere Reparaturen?
Das entsprach nicht den tatsächlichen Kosten, die sie von früheren Jahren kannte.
Die tatsächlichen Kosten für die Gartenpflege beliefen sich auf höchstens €500 im Monat.
Und größere Reparaturen waren in den letzten Jahren keine bekannt.
Ein innerer Konflikt entbrannte in Frau Schmidts Seele.
Auf der einen Seite stand ihre berufliche Loyalität zu Georg, ihre Angst vor den Konsequenzen, wenn sie sich in die Familienangelegenheiten ihres Chefs einmischte.
Adelheid war eine mächtige Frau in lokalen Kreisen, gut vernetzt und gefürchtet.
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