Chapter 2: Eine verborgene Botschaft

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Die Krankenschwester, die ihre Patientin vor einem falschen Hirntod bewahrte und alles verlor.

Chapter 1: Ein unsichtbarer Schlag

Chapter 2: Eine verborgene Botschaft

Chapter 3: Die unsichtbare Verbündete

Chapter 4: Das heimliche Testament

Chapter 5: Die Bestechung und die Drohung

Chapter 6: Der letzte Versuch

Chapter 7: Der Schrei des Lebens

Chapter 8: Die Nachwirkungen

Chapter 9: Ein langes später

Die Tage nach Dr. Kraus’ Abweisung und Klaus Vogels Verleumdungskampagne zogen sich wie Kaugummi. Jeder Blick, jeder geflüsterte Kommentar im Krankenhaus traf mich wie ein kleiner Pfeil. Ich war eine Aussätzige, und doch konnte ich Frau Schmidt nicht im Stich lassen.

Ihre Lebenserhaltung lief noch, aber die Frist rückte unaufhaltsam näher.

Ich nutzte die wenige Zeit, die mir blieb, um Frau Schmidts Zimmer zu ordnen. Es war ein verzweifelter Versuch, etwas Kontrolle in mein Leben zurückzuholen, aber auch eine stille Art, ihr nahe zu sein. Ich wollte ihre Welt nicht einfach so von Klaus Vogel auslöschen lassen.

Ich begann mit dem Nachttisch. Ihr Lieblingsbuch lag dort, ein vergilbter Roman von Theodor Fontane, mit Eselsohren an oft gelesenen Seiten.

Ich lächelte wehmütig. Frau Schmidt liebte Effi Briest.

Daneben lag eine kleine Holzdose, gefüllt mit alten Fotos. Ich sah ein Bild von ihr als junge Frau, strahlend, an der Seite eines Mannes, der wohl ihr verstorbener Ehemann war.

Klaus war auf keinem dieser Fotos.

Als ich das Bett neu bezog, fiel mir etwas auf. Einer der hölzernen Bettpfosten schien leicht lose zu sein. Er wackelte, wenn ich ihn berührte, ganz anders als die anderen.

Meine Neugier war geweckt. Frau Schmidt war eine Frau der Ordnung, nichts war je zufällig bei ihr.

Ich beugte mich tiefer, schob den Pfosten vorsichtig beiseite. Dahinter, in einer kleinen Aushöhlung im Holzrahmen des Bettes, lag eine unscheinbare, versiegelte Holzschatulle. Sie war flach, nur etwa handtellergroß, und mit einem filigranen Metallverschluss gesichert.

Mein Herzschlag beschleunigte sich. Hier war etwas, das niemand sehen sollte.

Mit zitternden Fingern öffnete ich den Verschluss. Innen lag eine alte, leicht vergilbte Postkarte. Sie zeigte eine Ansicht des Münchener Marienplatzes.

Auf der Rückseite, wo normalerweise die Grußbotschaft stand, fand ich ein Wirrwarr aus Zahlenfolgen und scheinbar zufälligen eingekreisten Buchstaben. Es war keine einfache Nachricht. Es war ein Code.

Ich spürte eine Welle der Aufregung. Hatte Frau Schmidt etwas geahnt?

Ich hielt die Karte fest in der Hand, mein Blick huschte über die Zeichen: “14-3-21-5”, dann “M-Ü-N-C-H-E-N” mit Kreisen um einzelne Buchstaben, darunter eine weitere Zahlenreihe. Es sah aus wie ein Anagramm oder ein Verschlüsselungscode, aber ohne den Schlüssel war es unlesbar.

Meine Gedanken rasten. Was wollte sie damit sagen?

Plötzlich vibrierte mein Pager. Es war Dr. Kraus. Er wollte mich sprechen.

Ein kalter Schauer lief mir über den Rücken. Die Frist.

Ich legte die Postkarte schnell zurück in die Schatulle und versteckte sie wieder in ihrer Aushöhlung. Niemand durfte sie finden, vor allem nicht Klaus Vogel.

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