Chapter 3: Das alte Muster

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Ihre neue Rolle als Mutter war für einen CEO-Ehemann nur eine PR-Strategie. Sie nutzte seine eigene Wickeltasche, um ihn zu zerstören.

Chapter 1: Das Geheimnis in der Wickeltasche

Chapter 2: Der Preis der Unterschrift

Chapter 3: Das alte Muster

Chapter 4: Ein unerwarteter Verbündeter

Chapter 5: Die versteckte Stiftung

Chapter 6: Der Sturz des Phantoms

Chapter 7: Der Scherbenhaufen

Chapter 8: Der nächste Morgen

Am Nachmittag desselben Tages fand ich mich in Sophies kleiner, gemütlicher Wohnung in Prenzlauer Berg wieder. Die familiarere Atmosphäre, der Geruch von frisch gebackenen Brötchen, den Sophie immer machte, wirkte beruhigend. Doch die Worte, die ich meiner älteren Schwester anvertraute, waren alles andere als beruhigend.

Ich erzählte ihr die ganze Geschichte, vom Tagebuch bis zu den gefälschten Dokumenten und der ominösen „Beratungsgebühr“ für Notar Schmidt. Tränen stiegen mir auf, als ich beschrieb, wie ich mich fühlte – betrogen, benutzt, in einer Falle.

Sophie hörte geduldig zu, ihr Gesicht spiegelte Schock und Besorgnis wider. Als ich fertig war, legte sie einen Arm um mich.

„Lena, das ist schrecklich“, sagte sie leise. „Ich wusste, Erik war… schwierig. Aber das hier? Das ist ein ganz anderes Kaliber.“

Sie stand auf und ging zum Fenster, blickte hinaus auf die belebte Straße.

„Es erinnert mich an etwas“, fuhr sie fort, ihre Stimme war nachdenklich. „Ich erinnere mich an Gerüchte. Vor ein paar Jahren. Erik war damals noch nicht ganz so bekannt, aber er machte schon in seiner Branche von sich reden.“

Ich schaute sie erwartungsvoll an. „Was für Gerüchte?“

„Es gab da eine Geschäftspartnerin“, erzählte Sophie, während sie sich wieder zu mir umdrehte. „Eine sehr erfolgreiche Frau, die mit Erik zusammen eine kleine Tech-Firma aufbauen wollte. Ich erinnere mich nicht mehr an ihren Namen. Sie war brillant, aber vielleicht ein bisschen zu vertrauensselig. Genau wie du, damals.“

Ein Stich durchfuhr mich. Ja, ich war vertrauensselig gewesen. Das war Eriks Stärke. Er hatte es verstanden, die Menschen um ihn herum zu blenden.

„Was ist mit ihr passiert?“, fragte ich, meine Kehle war trocken.

„Erik wollte die Firma ganz übernehmen“, fuhr Sophie fort. „Aber sie wollte ihre Anteile nicht verkaufen. Also hat Erik angefangen, gezielt Indiskretionen zu streuen. Kleine Gerüchte. Über ihre Arbeitsweise, ihre Zuverlässigkeit, sogar ihr Privatleben.“

„Er hat ihren Ruf zerstört?“, fragte ich ungläubig.

Sophie nickte. „Genau das. Er hat dafür gesorgt, dass sie in der Branche als unzuverlässig und schwierig galt. Es gab keine Beweise, nur diese ständigen, subtilen Andeutungen. Am Ende konnte sie ihre Anteile kaum noch verkaufen, und Erik hat sie für einen Spottpreis übernommen.“

Ein Schauer lief mir über den Rücken. Das war es. Das war Eriks Muster. Er operierte im Schatten, zerstörte seine Gegner nicht mit direkten Angriffen, sondern mit subtilen, rufschädigenden Mitteln. Und er nutzte die Schwächen seiner Opfer aus.

„Das ist Eriks Art“, fuhr Sophie fort. „Er konfrontiert nie direkt. Er untergräbt. Er destabilisiert. Er spielt mit den Ängsten der Menschen, bis sie aufgeben oder ihm in die Hände spielen.“

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