Chapter 2: Der Preis der Unterschrift

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Ihre neue Rolle als Mutter war für einen CEO-Ehemann nur eine PR-Strategie. Sie nutzte seine eigene Wickeltasche, um ihn zu zerstören.

Chapter 1: Das Geheimnis in der Wickeltasche

Chapter 2: Der Preis der Unterschrift

Chapter 3: Das alte Muster

Chapter 4: Ein unerwarteter Verbündeter

Chapter 5: Die versteckte Stiftung

Chapter 6: Der Sturz des Phantoms

Chapter 7: Der Scherbenhaufen

Chapter 8: Der nächste Morgen

Das kleine Café in Berlin-Mitte war überfüllt. Der Lärm der Kaffeemaschine und das Stimmengewirr halfen mir, meine zitternden Hände zu verbergen, während ich Jule die Fotos von Eriks Tagebuch auf meinem Handy zeigte.

Jule saß mir gegenüber, ihr Blick wanderte von den Bildern zu meinem Gesicht, ihre Brauen zogen sich zusammen.

„Ich verstehe nicht“, murmelte sie, als sie die Seite mit den aufgeführten Dokumenten sah. „Diese erweiterte Scheidungsvereinbarung… du hast die nie unterschrieben, Lena.“

Ich schüttelte den Kopf.

„Niemals. Und erst recht nicht die Abtretungserklärung für gemeinsame Vermögenswerte. Aber schau hier.“

Ich zoomte auf die wiederkehrende handschriftliche Notiz im Tagebuch, die ich am Morgen noch einmal genauer studiert hatte. Da stand es, neben einer Auflistung von Ausgaben: „Beratungsgebühr, Notar Schmidt – 35.000 EUR.“

„Das ist ein hoher Betrag für eine einfache Beratung“, sagte Jule, ihre Stimme wurde schärfer.

„Es ist auch nicht in FichteTechs Büchern“, ergänzte ich. „Ich habe heimlich in Eriks Finanzunterlagen nachgesehen, die er immer so offen liegen lässt. Nichts davon taucht dort auf. Das muss aus seinen privaten Konten stammen. Eine Art Bestechung, vielleicht?“

Jules Augen weiteten sich, als sie die Tragweite meiner Worte erfasste.

„Eriks Firmenangelegenheiten werden auch von einem Notar Schmidt bearbeitet“, sagte ich leise. „Er war es, der den Ehevertrag aufgesetzt hat. Und jetzt taucht sein Name hier auf, bei den gefälschten Dokumenten.“

Jule schluckte.

„Lena, das ist… das ist kriminell. Das ist Betrug. Ein Notar darf so etwas nicht beglaubigen, wenn du nicht persönlich anwesend warst.“

„Ich weiß“, erwiderte ich, die kalte Wut durchströmte mich. „Es geht ihm nicht nur darum, mich zu verlassen. Es geht ihm darum, mich finanziell auszuziehen, bevor ich überhaupt merke, was passiert.“

„Dieses Geld, die 35.000 Euro“, überlegte Jule. „Das ist genug, um jemanden sehr, sehr motiviert zu machen. Schmidt muss in seine Taschen gewirtschaftet haben.“

Ich nickte.

„Er hat damit nicht nur mich hintergangen, sondern auch das Gesetz.“

Die Vorstellung, dass Erik mich nicht nur emotional betrog, sondern mich und unser ungeborenes Kind auch noch in finanzielle Schwierigkeiten bringen wollte, schnürte mir die Kehle zu. Erik Fichte, der charmante CEO, war ein Raubtier.

„Wir können das nicht einfach geschehen lassen“, sagte ich, meine Stimme war fest.

Jule nickte energisch. „Auf keinen Fall. Er will dich ruinieren. Dann ruinieren wir ihn zuerst.“

„Er hat alles geplant“, fuhr ich fort, meine Gedanken rasten. „Den Merger, die PR-Ehe, die Scheidung nach der Geburt, das Zurückkehren zu Clara. Und dabei hat er diesen Notar benutzt, um alles wasserdicht zu machen, damit ich mit nichts da stehe.“

Die Ungerechtigkeit brannte in mir. Ich hatte immer alles für meine Familie getan, meine jüngeren Geschwister großgezogen, mich dann in dieser Ehe geopfert, nur um jetzt festzustellen, dass ich nur eine Schachfigur war.

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