Chapter 5: Die versteckte Stiftung

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Ihre neue Rolle als Mutter war für einen CEO-Ehemann nur eine PR-Strategie. Sie nutzte seine eigene Wickeltasche, um ihn zu zerstören.

Chapter 1: Das Geheimnis in der Wickeltasche

Chapter 2: Der Preis der Unterschrift

Chapter 3: Das alte Muster

Chapter 4: Ein unerwarteter Verbündeter

Chapter 5: Die versteckte Stiftung

Chapter 6: Der Sturz des Phantoms

Chapter 7: Der Scherbenhaufen

Chapter 8: Der nächste Morgen

Jule, die von der E-Mail Klaus Meiers sofort begeistert war, hatte sofort einen Plan. Sie kannte ein paar Leute, die sich in den Tiefen des Internets besser auskannten als Erik in seinen Bilanzen. „Wir brauchen einen anonymen Kommunikationsweg“, sagte Jule, als wir uns am nächsten Tag wieder trafen. „Und wir müssen herausfinden, ob es noch andere Leichen in Eriks Finanzkeller gibt, die Meier interessieren könnten.“

Wir verbrachten Stunden damit, Eriks alte Geschäftsberichte zu durchforsten, die ich heimlich von seinem Büro-Laptop kopiert hatte, als er auf einer seiner vielen Reisen war. Ich scannte die Dokumente, Jule wies mich auf ungewöhnliche Transaktionen und Auslandsüberweisungen hin. Es war mühsam und verwirrend. Ich hatte keine Ahnung von Finanzen, aber Jule war unglaublich geschickt darin, Muster zu erkennen.

„Schau mal hier“, sagte Jule eines Abends, als wir in ihrem Wohnzimmer saßen, umgeben von Notizen und Bildschirmlicht. „Diese Überweisungen nach Liechtenstein. Seit drei Jahren. Immer dieselbe Firma als Empfänger. Eine Scheinfirma, die auf den ersten Blick wie ein normaler Subunternehmer aussieht.“

Mein Herz setzte einen Schlag aus. Liechtenstein. Ein Steuerparadies. Erik hatte oft von seinen „geschickten Finanzstrategien“ gesprochen, die seine Berater für ihn entwickelten.

„Was ist mit dieser Firma?“, fragte ich, meine Stimme war kaum mehr als ein Flüstern.

Jule tippte fieberhaft auf ihrer Tastatur. „Verknüpfungen… Gründungsjahr… oh! Schau mal.“

Sie drehte den Bildschirm zu mir. Auf dem Monitor war ein Auszug aus einem Liechtensteiner Handelsregister zu sehen. Die „Scheinfirma“ war die Holding einer Stiftung, die vor etwa drei Jahren gegründet worden war. Der Name der Stiftung leuchtete mir entgegen: „Clara & Erik Foundation“.

Ein eiskalter Schauer lief mir über den Rücken. Die „Clara & Erik Foundation“. Nicht nur für Clara, sondern auch für ihn. Erik hatte nicht nur unser Eheleben inszeniert, sondern auch seine gesamte finanzielle Zukunft, die er mit Clara plante. Das war der Gipfel seiner Skrupellosigkeit.

„Er hat einen Großteil seines persönlichen Vermögens in diese Stiftung umgeleitet“, erklärte Jule, ihre Augen waren weit. „Das ist ein klassischer Schachzug, um Vermögenswerte im Falle einer Scheidung vor dem Ehepartner zu schützen. Und gleichzeitig kann er darauf zugreifen. Oder Clara.“

Das bedeutete, dass Erik alles getan hatte, um sicherzustellen, dass ich im Falle einer Scheidung – die er ja plante – mit leeren Händen dastand. Nicht nur, dass er mein Vertrauen missbraucht hatte, er hatte auch noch systematisch dafür gesorgt, dass ich nichts von dem bekommen würde, was mir rechtlich zustand. Und alles unter dem Deckmantel einer zukünftigen „Clara & Erik Foundation“. Der Name selbst war eine persönliche Beleidigung.

„Die Stiftung wurde gegründet, kurz bevor er mich kennengelernt hat“, stellte ich fest, meine Stimme war fest und emotionslos. „Er hat das alles von Anfang an geplant.“

„Das sieht ganz danach aus“, sagte Jule. „Er hat dich benutzt, um sein Image zu polieren und den Merger zu sichern, während er sein wahres Vermögen für seine ‚wahre Liebe‘ in Sicherheit brachte.“

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