Ihre Hochzeit zerbrach das Schweigen über das Feuer, das mich entstellte
Der USB-Stick von Herr Gruber war der nächste Schlüssel. Ich war kein Technik-Ass, aber Markus Steiner hatte erwähnt, dass sie Kontakte hatte. Jemanden, der sich mit verschlüsselten Dateien auskannte. Ich rief sie an, meine Stimme war immer noch belegt von der Konfrontation mit Gruber.
„Ich habe etwas Neues“, sagte ich. „Gruber hat mir eine verschlüsselte Datei gegeben.“
Markus war sofort bereit. „Bring sie vorbei. Ich habe einen Bekannten, der uns helfen kann. Er ist ein Aussteiger aus einer anderen Gemeinde, kennt die Methoden.“
Am nächsten Tag saß ich in Markus’ bescheidenem Reihenhaus. Ihre Wohnung war gemütlich, mit vielen Büchern und warmen Farben, ein starker Kontrast zu Grubers kaltem Büro. Lukas war nicht da, er war bei Sarah, die immer noch im Haus der „Reinen des Lichts“ lebte.
Markus’ Bekannter, ein schweigsamer Mann namens Elias, saß vor einem Laptop. Seine Finger flogen über die Tastatur. Die Minuten zogen sich. Das Knistern der Tasten war das einzige Geräusch.
Schließlich ein Piepton. „Geschafft“, sagte Elias knapp.
Markus und ich beugten uns über den Bildschirm. Die Datei enthielt Hunderte von E-Mails, interne Gesprächsprotokolle und Notizen. Kommunikation zwischen Grubers Versicherungsgesellschaft und dem Ältestenrat der „Reinen des Lichts“. Die Beweise für den Druck und die Erpressung waren erdrückend.
Eine E-Mail stach sofort ins Auge. Es war ein Memo des Ältestenrates an Gruber, datiert wenige Tage nach dem Brand. Darin wurde klar gefordert, den Brand als „technischen Defekt“ zu deklarieren, und es wurde detailliert beschrieben, wie die Familie Richter finanziell „zu unterstützen“ sei – durch eine hohe Spende an die Gemeinde, die aus der Versicherungssumme finanziert werden sollte.
Der zynische Plan entrollte sich vor meinen Augen. Sie hatten den Brand nicht nur für den Bau des Gemeinschaftshauses genutzt, sondern auch, um meine Familie in die Knie zu zwingen.
Und dann sah ich den Namen. Mehrfach erwähnt in den internen Kommunikationen, in denen die „Anweisungen des Ältestenrates“ beschrieben wurden: „Bruder Elias wird sich darum kümmern.“ Und, in einem anderen Dokument: „Bruder Elias hat Herrn Fischer angewiesen, die Sache zu beaufsichtigen und sicherzustellen, dass die Untersuchung in unserem Sinne verläuft.“
Herr Fischer. Der ehemalige Ältestenrat, der abgetaucht war. Er war nicht nur ein einfacher Zeuge gewesen, sondern hatte aktiv an der Vertuschung mitgewirkt. Er war Teil des inneren Kreises.
„Herr Fischer“, murmelte ich. „Lukas sagte, er sei in ein Pflegeheim gebracht worden.“
Markus nickte. „Das ist typisch. Alte Mitglieder, die zu viel wissen oder zu unbequem werden, werden weggesperrt. Oder ruhiggestellt.“
Ich spürte eine Mischung aus Wut und Entschlossenheit. Ich musste ihn finden. Ich musste die volle Wahrheit aus ihm herauspressen.
Ich recherchierte die alten Pflegeheime in der Umgebung, die von der Gemeinde betrieben oder finanziell unterstützt wurden. Nach ein paar Anrufen fand ich ihn. Ein kleines, abgelegenes Heim, tief in einem Wald gelegen, weit entfernt von jeder Zivilisation. Kaum jemand würde dort suchen.
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