Chapter 8: Lenas erste Entdeckung

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Nach dem Telefonat mit Herr Klose und der Lüge von Markus spürte ich, wie meine Geduld am Ende war. Ich konnte nicht länger warten. Ich rief Lena sofort an und berichtete ihr von der Bankanfrage und Markus’ dreister Lüge. Ihre Stimme am anderen Ende der Leitung war eisig.

“Clara, das ist ein direkter Angriff”, sagte Lena. “Markus ist voll involviert. Das ist keine Familienloyalität mehr. Das ist Komplizenschaft bei einem Betrug.”

Die harten Worte trafen mich, doch sie waren auch eine klare Bestätigung.

“Was machen wir jetzt?”, fragte ich. Meine Stimme war fest. Ich war bereit für den Kampf.

“Ich habe gute Nachrichten und schlechte Nachrichten”, sagte Lena. “Die gute ist: Meine Recherchen zu Elias’ Finanzmachenschaften haben ein sehr konkretes Bild ergeben.”

Ich hielt den Atem an. Ich war bereit für alles.

“Elias Richter hat in den letzten zwei Jahren nicht nur zweimal Insolvenz angemeldet, sondern auch eine betrügerische Scheinfirma betrieben”, enthüllte Lena. “Sie heißt ‘Rheinblick Immobilien GmbH’.”

Der Name schnitt durch die Luft. Es war derselbe Name, den sie mir schon einmal genannt hatte. Jetzt klang er noch bedrohlicher.

“Diese Firma kauft und verkauft keine echten Immobilien”, fuhr Lena fort. “Sie ist ein Konstrukt, das dazu dient, Geld zu verschieben und sich Vermögenswerte zu verschaffen. Offenbar versucht Elias, seine früheren Schulden zu decken oder neue Kredite zu bekommen, indem er nicht existierende ‘Sicherheiten’ schafft.”

Mein Kopf ratterte. Mein Haus. Es war die perfekte Sicherheit.

“Die schlechte Nachricht”, sagte Lena, ihre Stimme wurde leiser. “Die ‘Rheinblick Immobilien GmbH’ hat vor zwei Wochen eine Voranfrage für einen Kredit bei einer Luxemburger Privatbank gestellt. Die Anfrage betrifft eine hohe Summe, und es wird eine Immobilie als Sicherheit genannt. Die Adresse ist dieselbe wie die deines Hauses.”

Ein kalter Schock durchfuhr mich. Die Luxemburger Bank. Das war die Verbindung, die ich befürchtet hatte.

Sie hatten mein Haus bereits als Sicherheit verplant. Bevor sie es überhaupt besaßen.

“Das ist Urkundenfälschung und Betrug”, sagte Lena. Ihre Stimme war voller Wut. “Und Markus ist offensichtlich mittendrin.”

Ich spürte, wie der Boden unter meinen Füßen wegbricht. Es war die ultimative Bestätigung.

“Ich brauche jetzt handfeste Beweise”, fuhr Lena fort. “Ich kann keine Anzeige erstatten, nur weil die Bank angefragt hat und Elias verschuldet ist. Ich brauche die Papiere, Clara. Ich brauche die gefälschten Dokumente.”

Ich wusste, was das bedeutete. Ich musste wieder in Elias’ Zimmer.

“Ich werde es tun”, sagte ich. Meine Stimme war entschlossen. “Ich werde in seinen Koffer sehen.”

“Sei extrem vorsichtig, Clara”, warnte Lena. “Wenn sie merken, dass du schnüffelst, könnte es gefährlich werden.”

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