Chapter 8: Nach dem Sturm

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Die Sitzung endete in einem Chaos aus wütenden Stimmen und schockierten Gesichtern. Die unmittelbaren Nachwirkungen waren schnell und entschlossen, wenn auch im Geheimen. Carla Schmidt wurde noch am selben Tag von UfaVerse entlassen. Keine öffentliche Erklärung, kein Skandal, der UfaVerse’s bereits angeschlagenes Image weiter beschädigen würde. Stattdessen eine diskrete, aber unmissverständliche interne E-Mail, die ihre “Trennung im gegenseitigen Einvernehmen” bekannt gab.

Ich sah sie nie wieder. Die Erinnerung an unsere Freundschaft war ein bitterer Beigeschmack. Ich hatte sie geliebt wie eine Schwester, aber ihre Taten hatten diese Bindung irreparabel zerstört. Der Schmerz über den Verrat saß tief, aber ich spürte auch eine gewisse Befriedigung, dass ihre manipulativen Taktiken aufgeflogen waren. Doch gleichzeitig war da die nagende Erkenntnis, dass ihre Motive, so fehlgeleitet sie auch waren, einen wahren Kern hatten.

Herr Voss hingegen, der eigentliche Drahtzieher, blieb in seiner Position. Die internen Enthüllungen hatten seine Stellung zwar erschüttert und einige Vorstandsmitglieder gegen ihn aufgebracht, aber er hatte es geschafft, die Krise zu überleben. Seine Fähigkeit, das Narrativ zu kontrollieren und sich als Opfer einer internen Intrige darzustellen, war beeindruckend und erschreckend zugleich. Er nutzte die entstandene Schwäche aus, um seine eigene Macht zu konsolidieren. Er eliminierte “unzuverlässige” Vorstandsmitglieder und begann bereits, kleinere, angeschlagene Talentagenturen aufzukaufen.

Ich sah ihn am nächsten Tag in der Kantine. Er lächelte mir zu, ein glattes, unaufrichtiges Lächeln.

“Dr. Richter”, sagte er, als er an meinem Tisch vorbeikam. “Eine ausgezeichnete Arbeit, die Sie und Ihr Team geleistet haben. Sie haben UfaVerse vor Schlimmerem bewahrt.”

Ich starrte ihn an. “Sie haben gewusst, was passieren würde, Herr Voss”, sagte ich leise, meine Stimme bebte leicht vor Empörung.

Sein Lächeln wurde nicht kleiner. Es breitete sich nur noch ein wenig mehr über sein Gesicht aus, ohne seine Augen zu erreichen.

“Manchmal, Dr. Richter, muss man Opfer bringen, um das Große Ganze zu schützen”, sagte er. “Sie werden das mit der Zeit verstehen. Ihre Loyalität wird belohnt werden.”

Er klopfte mir auf die Schulter und ging weiter, als wäre nichts geschehen. Seine Arroganz war atemberaubend. Er hatte die Krise nicht nur überlebt, er hatte sie zu seinem Vorteil genutzt. Seine Methoden wurden nun zwar kritischer hinterfragt, aber seine absolute Kontrolle über das Unternehmen war unangefochten.

Jens Kramer verschwand wieder in seiner unscheinbaren Rolle als Systems Engineer. Ich sah ihn gelegentlich in den Fluren. Er nickte mir zu, ein stilles Verständnis in seinen Augen. Seine Arbeit hatte die tiefsten Geheimnisse von UfaVerse ans Licht gebracht, doch er selbst suchte nicht das Rampenlicht. Er war ein stiller Held, der lieber im Schatten blieb. Ich wusste, dass ich ihm viel zu verdanken hatte. Er hatte Klara und mich vor Schlimmerem bewahrt.

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