Milliardärin Clara Hoffmann wird am Hochzeitstag ihres Sohnes kahlrasiert – ihr Racheplan zerstört die Braut, die ihr €120 Millionen stehlen wollte
Ich schickte Elias den USB-Stick über einen Kurierdienst, den ich aus meinen alten Geheimdiensttagen kannte.
Disket, schnell und absolut zuverlässig.
Ein paar Stunden später meldete sich Elias mit der Nachricht, er habe die Daten entschlüsselt.
Seine Stimme war gedämpfter als sonst.
“Clara, das ist eine Goldmine”, sagte er.
“Klaus hat uns Zugang zu Lenas primärem Kommunikationskanal mit ihrem Offshore-Netzwerk verschafft. Und was ich dort finde, ist… bemerkenswert.”
“Was ist es?”, fragte ich, mein Puls raste.
“Lenas gesamte Identität, wie sie sie Max und dir präsentiert hat, ist eine sorgfältig konstruierte Illusion”, antwortete Elias.
“Ihr angeblicher Hintergrund, ihre Familie, ihre Ausbildung – alles ist gefälscht.”
Ich hatte es geahnt, aber die Bestätigung war immer noch ein Schock.
Lena war nicht nur eine Betrügerin, sie war eine völlig andere Person, als sie vorgab zu sein.
“Die Daten zeigen, dass sie sich vor etwa drei Jahren den Namen ‘Lena Richter’ zugelegt hat”, fuhr Elias fort.
“Ihre wahre Identität ist… komplizierter. Ich muss noch tiefere Schichten entschlüsseln, aber es ist klar, dass sie eine Reihe von Identitäten hatte.”
Ich schloss die Augen.
Max’ Verlobte war ein Phantom.
Seine Liebe zu ihr beruhte auf einer Lüge, die bis ins Mark ging.
“Sie hat eine ganze Hintergrundgeschichte erfunden”, sagte Elias.
“Die wohltätigen Projekte, in denen sie angeblich involviert war, ihre ‘Reisen für einen guten Zweck’ – alles inszeniert, um Max’ Idealismus auszunutzen.”
Ich erinnerte mich an die Geschichten, die Lena Max erzählt hatte.
Die heroischen Taten, die sie angeblich in Entwicklungsländern vollbracht hatte.
Max hatte sie bewundert.
Er hatte ihre Selbstlosigkeit gelobt, während ich schon damals einen leisen Zweifel gespürt hatte.
Es war zu perfekt gewesen, zu makellos.
“Es gab eine Nachricht”, sagte Elias.
“Lena an einen Offshore-Kontakt, vor etwa einem Jahr. Sie schreibt: ‘Max ist so ein Romantiker. Er glaubt jede Geschichte, die man ihm auftischt, wenn sie nur heroisch genug klingt. Er ist mein einfachstes Ziel bisher.'”
Diese Worte trafen mich wie ein direkter Schlag.
Max war kein Held, er war ein “einfachstes Ziel”.
Lenas Verachtung für ihn war in jeder Zeile spürbar.
“Sie hat Max’ Vertrauen in Menschen ausgenutzt”, sagte ich, meine Stimme zitterte vor Wut.
“Seine Gutmütigkeit wurde zu seiner Schwäche.”
“Genau”, bestätigte Elias.
“Sie hat ein Psychogramm von ihm erstellt, seine Schwachstellen identifiziert und dann systematisch ausgenutzt.”
Er hatte einen Ordner mit Lenas Dokumenten gefunden, der auf dem USB-Stick gespeichert war.
Darin war ein gefälschtes Zeugnis von einer renommierten Universität.
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