Chapter 2: Der Preis des Schweigens

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Mein Herz pochte so laut, dass ich fürchte, jeder könnte es hören.

Der Genesungsspaziergang, den Helga und Thomas so großzügig genehmigt hatten, war meine einzige Chance.

Ich hatte Wochen damit verbracht, ihn zu planen.

Jeder Schritt, jede Haltung musste die Rolle der gebrechlichen, sich langsam erholenden Frau perfekt widerspiegeln.

Es war eine Last, die Schwäche zu spielen, wenn in meinem Inneren eine solche Wut brannte.

Die Sonne schien trügerisch warm auf die Herbstblätter, als ich mich dem alten Café „Zur Glocke“ näherte.

Ich wählte es, weil es abgelegen lag, versteckt hinter einer Reihe von Buchen.

Wenige Menschen verirrten sich hierher, und die, die es taten, waren meist ältere Stammgäste, die in ihren eigenen Gedanken versunken waren.

Ich setzte mich an einen Tisch am Fenster, bestellte einen lauwarmen Kamillentee und versuchte, meine Atmung zu beruhigen.

Meine Hände zitterten leicht, nicht vor Kälte, sondern vor der Anspannung.

Ich schob sie unter den Tisch, wo niemand sie sehen konnte.

Jede Sekunde, die verging, schien eine Ewigkeit zu sein.

Würde er kommen?

Hatte Thomas ihn abgefangen?

Der Zweifel nagte an mir, eine weitere Waffe in Thomas’ Arsenal.

Dann, durch das beschlagene Glas, sah ich ihn.

Jonas Berger.

Er trug einen einfachen Mantel, seine Schultern waren leicht hochgezogen, als würde er sich vor einem unsichtbaren Schlag schützen.

Sein Blick huschte nervös über die Tische, bevor er mich entdeckte.

Ich hob meine Tasse, ein kaum merkliches Zeichen.

Er setzte sich mir gegenüber, ohne zu zögern, aber seine Augen waren voller Unruhe.

„Lena“, sagte er leise, seine Stimme war kaum mehr als ein Flüstern.

„Jonas“, erwiderte ich, meine eigene Stimme klang heiserer, als ich es beabsichtigt hatte.

Ich nahm einen Schluck von meinem Tee, um Zeit zu gewinnen.

„Es ist gefährlich, dass Sie hier sind“, fuhr er fort.

Seine Hände waren zu Fäusten geballt unter dem Tisch.

„Ich weiß“, sagte ich.

„Aber ich musste Sie sehen.“

Ich sah in seine jungen, geplagten Augen.

Er war Thomas’ Assistent, ein junger Mann mit Idealen, der jetzt in einen Sumpf gezogen wurde, der ihm sichtlich zu schaffen machte.

„Sie haben mir eine Nachricht geschickt“, sagte ich und versuchte, meine Stimme so neutral wie möglich zu halten.

„Die mit den ‚Unregelmäßigkeiten‘.“

Jonas nickte schnell.

Ein Kellner kam, um seine Bestellung aufzunehmen, und er bestellte hastig einen Kaffee.

Seine Augen blieben auf meinen haften, eine stumme Bitte um Verständnis oder Vergebung.

„Ich habe Beweise“, sagte er, als der Kellner sich entfernt hatte.

„Alles, was Sie brauchen, um Thomas und Gruber zu überführen.“

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