Chapter 5: Der Anruf bei der Polizei

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Die Tage nach der Konfrontation waren von einer eisigen Stille geprägt.

Papa sprach kaum mit Mama oder mir.

Er ging früher zur Arbeit und kam später nach Hause.

Abends saß er vor dem Fernseher und mied jeden Augenkontakt.

Oma Ingrid verhielt sich, als wäre nichts geschehen.

Sie kam weiterhin zu Besuch, brachte Kuchen mit und spielte die Rolle der liebenden Großmutter und Mutter.

Doch ich sah die kleinen, triumphierenden Blicke, die sie Mama und mir zuwarf, wenn Papa nicht hinsah.

Sie genoss die Spaltung, die sie verursacht hatte.

Die Risse in unserer Familie schmerzten mich.

Ich konnte es kaum ertragen, Papa so zu sehen, so verloren und hin- und hergerissen.

Er glaubte ihr immer noch, tief in seinem Herzen, obwohl die Beweise ihn beunruhigten.

Der Einbruchsversuch an der Hintertür war immer noch ein Dorn in seinem Auge.

Er hatte die Tür notdürftig repariert, aber die Spuren waren noch sichtbar.

Jedes Mal, wenn er daran vorbeiging, runzelte er die Stirn.

An einem Abend, als Oma Ingrid gerade gegangen war, saßen wir zu dritt am Abendbrottisch.

Die Stille war erdrückend.

Plötzlich legte Papa das Besteck weg.

Er atmete tief ein, seine Augen waren fest entschlossen.

„Ich habe genug davon“, sagte er, seine Stimme war belegt.

„Diese ganze Sache mit dem Einbruch. Es lässt mir keine Ruhe.“

Mama und ich sahen ihn erwartungsvoll an.

Was hatte er vor?

„Ich rufe die Polizei an“, sagte er.

„Ich will, dass sie sich das ansehen. Auch wenn nichts gestohlen wurde. Das muss aufhören.“

Ein Gefühl der Hoffnung stieg in mir auf.

Endlich.

Er handelte.

Aber würde es reichen?

Papa stand auf und holte sein Handy.

Er wählte die Nummer der Polizei.

Ich spürte, wie mein Herz schneller schlug.

Die Situation wurde jetzt offiziell.

„Guten Abend, mein Name ist Thomas Müller“, sagte Papa in den Hörer.

„Ich möchte einen versuchten Einbruch melden. An meiner Hintertür.“

Er beschrieb die Spuren, die aufgehebelte Zarge.

Der Polizist am anderen Ende schien aufmerksam zuzuhören.

„Nein, es wurde nichts gestohlen“, sagte Papa.

„Nur Spuren am Türrahmen. Es muss in der Nacht von gestern auf vorgestern gewesen sein.“

Er nickte.

„Ja, wir haben auch einen Namen. Ich habe ihn auf einem Kontoauszug gefunden.“

Mama und ich sahen uns an.

Er würde Jürgen Meier erwähnen.

Das war unsere Chance.

„Der Name ist Jürgen Meier“, sagte Papa laut und deutlich.

„Ich habe einen Kontoauszug von meiner Mutter gefunden. Da stand eine Überweisung an ihn.“

Er erklärte dem Polizisten, dass er sich nicht sicher sei, was es damit auf sich hatte, aber der Name war ihm im Gedächtnis geblieben, seit ich ihm den Auszug gezeigt hatte.

Ich sah, wie Papas Hand fester das Telefon umklammerte.

Sein Gesicht wurde blasser.

Der Polizist schien etwas zu sagen, das ihn aufhorchen ließ.

„Was?“, fragte Papa.

„Ein bekannter Krimineller?“

Sein Blick traf meinen.

In seinen Augen sah ich einen Funken von purem Schock.

Der Polizist am anderen Ende sprach weiter.

Papa hörte zu, sein Mund stand leicht offen.

Die Farbe wich vollständig aus seinem Gesicht.

„Er war in ähnlichen Fällen involviert?“, wiederholte Papa.

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