Chapter 5: Die dunkle Hand

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Der Anruf von Katja Bauer hatte eine neue Ebene der Angst in mein Leben gebracht. Ich versuchte, meine Routine zu wahren, mich auf die Stiftungsarbeit zu konzentrieren, aber meine Gedanken kreisten ständig um Jakob und die Schatten seiner Familie. Ich fühlte mich beobachtet, selbst in der Sicherheit meines Hotelzimmers.

Ein paar Tage später, ich war gerade auf dem Weg zum Mittagessen in einem kleinen Café in der Nähe der Stiftung, spürte ich, wie jemand neben mir auftauchte. Ein großer, imposanter Mann, dessen Anwesenheit die Luft um mich herum schwer machte.

„Luisa Meyer, nehme ich an?“, fragte eine tiefe, raue Stimme.

Ich blieb abrupt stehen. Vor mir stand ein Mann in den Sechzigern, mit einem Gesicht, das von Narben und Erfahrung gezeichnet war. Seine Augen waren kalt und durchdringend. Er trug einen teuren, aber unauffälligen Anzug. Es war Herr Lorenz. Ich erkannte ihn sofort von den Fotos in Katja Bauers Unterlagen.

Mein Herz raste. Ich versuchte, äußerlich ruhig zu bleiben.

„Wer sind Sie?“, fragte ich, obwohl ich die Antwort bereits kannte.

„Mein Name ist Lorenz. Aber Sie haben meinen Namen wahrscheinlich schon gehört, oder?“, sagte er mit einem leichten Lächeln, das keine Wärme ausstrahlte. „Ich habe eine offene Rechnung mit der Familie Weber.“

Er trat einen Schritt näher, seine Präsenz erdrückte mich. Ein leichter Geruch von teurem Tabak und etwas Unidentifizierbarem, das an Gefahr erinnerte, hing in der Luft.

„Jakob Weber schuldet mir Geld“, fuhr er fort, seine Stimme war ruhig, aber jede Silbe klang wie eine Drohung. „Viel Geld. Geld, das sein Vater mir vor vielen Jahren versprochen hat. Und Jakob hat mir versprochen, es mit Ihrem Erbe zu begleichen.“

Ich schluckte. Das war es also. Die direkte Konfrontation.

„Ich habe Jakob verlassen“, sagte ich, meine Stimme zitterte leicht. „Und er hat keinen Zugriff auf mein Erbe. Es gibt eine Klausel in der Stiftungssatzung, die das verhindert.“

Herr Lorenz lachte leise, ein harter, kehlinger Klang. „Die Klausel. Ja, die ist mir bekannt. Jakobs Vater war ein kluger Mann, aber seine Tochter, Ihre Urgroßmutter, war noch klüger. Schade für Jakob.“

Er blickte mich eindringlich an. „Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass Jakob mir Geld schuldet. Und er hat es mir seit Monaten mit Versprechungen auf Ihre Stiftungsgelder vergolten.“

„Ich kann nichts dafür“, erwiderte ich. „Ich habe nichts mit seinen Geschäften zu tun.“

„Das stimmt“, sagte Lorenz und nickte langsam. „Sie sind ein unschuldiger Passagier in einem Zug, der auf einen Abgrund zurast. Aber Sie haben sich mit dem falschen Mann eingelassen.“

Er holte ein kleines, zusammengefaltetes Papier aus seiner Anzugtasche und reichte es mir. Es war ein Foto. Darauf zu sehen: Lena. Sie saß in einem Café, mit einem Handy am Ohr, und auf dem Tisch vor ihr lag ein Tablet, auf dem Jakobs Kalender und Kommunikationsdaten zu sehen waren.

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