Chapter 6: Der digitale Beweis

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Mein Großvater im falschen Rollstuhl: Ein Piepen deckte den Verrat meines besten Freundes auf

Chapter 1: Das Piepen im Park

Chapter 2: Die freundliche Maske

Chapter 3: Das heimliche Treffen

Chapter 4: Das gefälschte Erbe

Chapter 5: Die alte Wunde

Chapter 6: Der digitale Beweis

Chapter 7: Die Villa der letzten Abrechnung

Katja Schmidt war Antons Assistentin. Seit Jahren war sie die fleißige, unauffällige Seele hinter seinem geschäftigen Alltag. Sie verwaltete seine Termine, seine Korrespondenz, seine Patientendaten. Ihre Loyalität war unbestritten, ihre Effizienz makellos. Sie sah sich selbst als Rädchen im Getriebe, ein wichtiges, aber unauffälliges. Sie stellte niemals Fragen, nahm Anweisungen entgegen und führte sie aus.

Doch in den letzten Wochen hatte Katja ein ungutes Gefühl. Anton war gereizt, oft abweisend. Er hatte sie angewiesen, bestimmte Akten besonders sorgfältig zu verwalten, aber immer mit dem Hinweis, sie niemals zu öffnen oder ihren Inhalt zu prüfen. Sein Verhalten war zunehmend paranoid, er wirkte wie getrieben.

An diesem Dienstag hatte Anton einen eiligen Termin außer Haus. Er hatte Katja angewiesen, sein Büro zu „bereinigen“. Es war eine Routineaufgabe, die sie oft erledigte, wenn er für längere Zeit weg war. Sie sollte alte Papierakten vernichten, digitale Ordner archivieren, das Büro auf Vordermann bringen.

Sie arbeitete konzentriert, als sie unter einem Stapel alter Magazine, die Anton nie wirklich las, eine kleine, unscheinbare Diskette fand. Es war eine Diskette, wie sie seit Jahren nicht mehr benutzt wurde, ein Relikt aus einer anderen Zeit. Ihre Neugier war geweckt. Die Diskette wirkte fehlplatziert.

Antons Anweisung war immer gewesen, nichts zu hinterfragen. Aber diese Diskette war ungeschützt. Keine Beschriftung. Nichts. Es war, als hätte er sie in letzter Sekunde versteckt und dann vergessen, in seiner Eile.

Katjas Finger zögerten. Es war nicht ihre Aufgabe, private Dateien ihres Chefs zu öffnen. Doch die ungewöhnliche Art, wie sie gefunden wurde, und Antons nervöses Verhalten der letzten Zeit ließen ihr keine Ruhe. Sie schob die Diskette in den alten Computer in der Ecke des Büros, der noch ein Diskettenlaufwerk besaß.

Ein Fenster öffnete sich. Darin waren zwei Ordner. Einer mit der Beschriftung „DNA-Tests“ und einer mit „Korrespondenz – Vertraulich“.

Ihr Herz pochte. DNA-Tests? Sie wusste von der Vormundschaftssache, von den Gerüchten, dass Anton sich als Klaus’ Sohn ausgebe, um an dessen Vermögen zu kommen. Sie hatte es abgetan als Klatsch, als üble Nachrede.

Sie öffnete den Ordner „DNA-Tests“. Darin waren zwei Dokumente. Das erste war das Gutachten, das Anton bei Gericht eingereicht hatte. Es bestätigte Antons Vaterschaft mit einer Wahrscheinlichkeit von 99,9 Prozent. Das zweite Dokument, das direkt darunter lag, war ein anderes Gutachten. Dasselbe Labor. Dasselbe Datum, aber ein paar Tage früher.

Sie öffnete es. Es zeigte Anton Vogel als den leiblichen Sohn von Jakob Vogel. Und nur 23% genetische Übereinstimmung mit Klaus Richter.

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