Er stellte seine Geliebte und Zwillinge vor – ich erwiderte mit einer Wahrheit, die seine gesamte Vaterschaft in Frage stellte.
Eines Abends, als ich gerade die Tür zu meinem Apartment öffnen wollte, stand Klaus plötzlich da. Er lehnte an der Wand, seine Arme verschränkt, sein Gesicht eine Maske aus Zorn und Verbitterung. Seine Augen funkelten, wie ich es selten zuvor bei ihm gesehen hatte.
„Du hast eine Wahl, Luisa“, sagte er, seine Stimme war rau und scharf. „Nimm die 80 Millionen. Verschwinde still und leise. Oder es wird hässlich.“
Ich sah ihn an, ohne ein Wort zu sagen. Das war kein verzweifelter Mann, das war ein Mann unter Druck, getrieben von Angst und Befehlen, die nicht von ihm selbst stammten. Die Hand Helenes war deutlich spürbar.
„Ich habe Beweise für deine böse Absicht“, fuhr er fort, seine Stimme wurde lauter. „Beweise für Verleumdung. Für Rufschädigung. Ich werde dich verklagen, wenn du nicht gehst.“
Er trat einen Schritt näher, seine Präsenz erdrückend in dem engen Flur.
„Du weißt, was das bedeutet, Luisa. Eine Schlammschlacht. Dein Name wird in den Dreck gezogen. Alles wird ans Licht kommen.“
Ein bitteres Lächeln huschte über meine Lippen. „Du meinst, wie meine angeblich ,unmoralische‘ Vergangenheit, die ihr gerade in ,Die Eintracht‘ verbreitet?“
Sein Gesicht verfinsterte sich. „Das ist eine andere Sache. Diesmal geht es um handfeste juristische Konsequenzen. Für dich.“
Ich starrte ihn an, eine Mischung aus Trauer und Abscheu in meinem Blick. Er war so sehr in Helenes Netz gefangen, dass er nicht einmal mehr seine eigenen Worte sprach. Er war nicht der Klaus, den ich einmal geliebt hatte.
„Das Schweigegeld ist die letzte Chance, die du hast“, fuhr er fort, seine Stimme sank zu einem Drohen. „Wenn du es ablehnst, verlierst du alles. Deinen Ruf, dein Geld, deine Zukunft. Wir werden dafür sorgen, dass du keine Chance mehr hast.“
Er glaubte wirklich, mich damit einschüchtern zu können. Er glaubte, dass ich nach meiner früheren Insolvenz immer noch die gleiche verzweifelte Frau war, die sich nach Sicherheit sehnte. Er unterschätzte die kalte Wut, die in mir brannte.
„Ich werde nicht gehen, Klaus“, sagte ich, meine Stimme war ruhig, aber fest. „Und ich werde auch kein Schweigegeld annehmen. Ich kämpfe für mein Recht.“
Seine Augen verengten sich. Er hatte meine Reaktion nicht erwartet.
„Du wirst es bereuen“, zischte er. „Das verspreche ich dir.“
Mit diesen Worten drehte er sich abrupt um und ging, seine Schritte hallten auf dem Treppenabsatz wider. Die Drohung hing wie eine dunkle Wolke in der Luft, aber ich spürte keine Angst mehr. Nur eine eiserne Entschlossenheit.
Während ich Klaus an meiner Wohnungstür konfrontierte, arbeitete Dr. Fischer bereits auf Hochtouren. Er hatte die Vorbereitungen für unsere eigene Klage wegen der Scheidung und des Betrugs begonnen. Doch die Arbeit gestaltete sich schwieriger als erwartet.
„Ich stoße auf ungewöhnliche Schwierigkeiten“, sagte er am Telefon, seine Stimme klang frustriert. „Der Zugang zu Klaus’ vollständigen Finanzdaten ist blockiert. Überall Wände. Es ist, als ob jemand systematisch versucht, Informationen zurückzuhalten.“
Das passte zu dem, was ich im geheimen Hauptbuch entdeckt hatte. Die „Stiftung Lazarus“, die undurchsichtigen Überweisungen. Klaus und Helene hatten nicht nur mich betrogen, sie hatten auch ein komplexes Netz finanzieller Machenschaften gesponnen, um ihr Vermögen und ihre Manipulationen zu verbergen.
„Das ist zu erwarten“, sagte ich. „Sie wissen, dass wir suchen. Sie werden alles tun, um uns aufzuhalten.“
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