Chapter 8: Bernhards Vergeltung

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Mein Vater warf Omas Sparbuch in den Sarg und nannte es wertlos – doch der rote Stempel darin offenbarte sein wahres Erbe

Chapter 1: Das “wertlose” Erbe

Chapter 2: Die Wahrheit im Puppenhaus

Chapter 3: Die Gerüchte beginnen

Chapter 4: Abgewiesen vom Anwalt

Chapter 5: Leos Entdeckung

Chapter 6: Die Spur zum Notar

Chapter 7: Die Wahrheit des Trusts

Chapter 8: Bernhards Vergeltung

Chapter 9: Das Geheimnis des Stempels

Chapter 10: Der Betrug wird sichtbar

Chapter 11: Die verborgenen Motivationen

Chapter 12: Die List der Großmutter

Chapter 13: Der Druck steigt

Chapter 14: Die Abrechnung

Chapter 15: Nachbeben

Chapter 16: Ein neues Kapitel

Die Nachricht von Claras Besuch beim Notar verbreitete sich, wie es in einer Kleinstadt üblich war, mit erstaunlicher Geschwindigkeit. Bernhard erfuhr davon durch eine Bekannte, die zufällig Zeugin von Claras Ankunft im Notariat gewesen war. Seine Wut war unkontrollierbar.

Er stürmte in Claras Wohnung, ohne anzuklopfen, sein Gesicht war rot und verzerrt. Leo war gerade in seinem Zimmer und spielte, zum Glück bekam er den Anfang des Streits nicht mit.

„Was fällt dir ein, Clara?!“, brüllte er, seine Stimme hallte durch die kleine Wohnung. „Du rennst zum Notar? Wegen was? Wegen deiner lächerlichen Märchen?!“

Clara stand auf, ihre Hände fest auf die Küchentheke gestützt. Die Angst, die sie früher gefühlt hätte, wich einer kalten Entschlossenheit. Notar Schmidt hatte ihr die Wahrheit bestätigt.

„Es sind keine Märchen, Vater“, sagte Clara ruhig, ihre Stimme fest. „Es ist die Wahrheit. Und du wirst sie bald selbst erkennen.“

Ihr ruhiger Ton schien ihn noch wütender zu machen. Er schlug mit der Faust auf den Tisch, sodass die kleine Zuckerdose darauf klapperte.

„Die Wahrheit?! Die Wahrheit ist, dass du verrückt geworden bist! Du bildest dir ein, es gäbe geheime Konten und Trusts. Das ist absurd!“

Er trat einen Schritt näher, sein Blick war voller Verachtung. „Ich habe mein ganzes Leben für Helga gesorgt! Und jetzt kommst du und versuchst, mir alles wegzunehmen, was mir zusteht?!“

„Du hast dich nie um Oma gekümmert, außer wenn es um Geld ging!“, entgegnete Clara, ihre Stimme erhob sich nun doch. „Und du hast versucht, ihr Erbe zu stehlen!“

Bernhard lachte höhnisch, ein harsches, unbarmherziges Geräusch. „Stehlen? Das einzige, was gestohlen wird, ist mein Ruf, von meiner eigenen Tochter! Aber das werde ich nicht zulassen, Clara. Ich werde dafür sorgen, dass jeder in dieser Stadt weiß, was für eine undankbare Schmarotzerin du bist!“

Er drehte sich um und stürmte aus der Wohnung, die Tür krachte hinter ihm zu. Die Wut in seinem Blick war eine Warnung. Er würde nicht aufgeben.

Tatsächlich intensivierte Bernhard seine Verleumdungskampagne. Er verbrachte Stunden in der Bäckerei und auf dem Marktplatz, wo er gezielt mit Leuten sprach.

„Meine Tochter, sie ist so instabil, seit sie mit diesem Kind alleine ist“, hörte Clara später von einer Freundin, die Mitleid hatte. „Sie erfindet Geschichten, um an das Geld der verstorbenen Oma zu kommen. Armer Bernhard, was der alles durchmachen muss.“

Die Gerüchte wurden nun noch persönlicher, noch bösartiger. Plötzlich kursierte das Gerücht, Clara würde ihr Kind vernachlässigen, um sich um ihre angeblichen „Geheimnisse“ zu kümmern. Ein besonders schmerzhafter Stich.

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