Als meine Schauspielkarriere ihren Höhepunkt erreichte, rief mein Bruder an, um unsere Mutter zu retten – doch es war ein perfider Plan, mein Vermögen zu stehlen.
Die Stille im Konferenzraum war fast unerträglich.
Finn und Dr. Vogel sahen sich an, ihre Gesichter waren von einer Mischung aus Frustration und verhaltener Wut gezeichnet.
Ingrid spielte immer noch die Rolle der besorgten, aber überforderten Mutter.
„Meinen Anwalt konsultieren? Elara, das dauert doch ewig!“, sagte Finn, seine Stimme war jetzt wieder scharf.
„Wir können keine Zeit verlieren. Mama braucht diese Absicherung jetzt.“
Ich schüttelte den Kopf, meine Miene war ernst.
„Ich verstehe die Dringlichkeit, Finn. Aber ich muss sicherstellen, dass alles rechtlich einwandfrei ist.“
Ich legte den Stift demonstrativ wieder auf den Tisch.
„Ich kann nicht einfach etwas unterschreiben, ohne dass mein eigener Anwalt es geprüft hat. Das ist Standardverfahren, das weißt du doch.“
Dr. Vogel, der sich Finn zuliebe zurückgehalten hatte, nickte langsam.
„Herr Richter, Frau Richter hat Recht. Bei so weitreichenden finanziellen Entscheidungen ist die Konsultation eines eigenen Anwalts ratsam.“
Er sah mich mit einem erzwungenen Lächeln an.
„Aber wir bitten Sie, Frau Richter, dies mit der größtmöglichen Eile zu tun. Für das Wohlergehen Ihrer Mutter.“
Ich nickte, meine Stimme war sanft.
„Ich werde mein Bestes tun. Ich verspreche euch, morgen früh habe ich die Antwort meines Anwalts. Dann können wir weitermachen.“
Ein weiteres Versprechen, eine weitere Lüge, die ich spielen musste.
Sie waren sichtlich frustriert, konnten aber meine Forderung nicht ablehnen, ohne sich selbst in ein schlechtes Licht zu rücken.
Sie wussten, dass ein überstürztes Handeln ihren Betrug noch offensichtlicher machen würde.
Finn seufzte laut, seine Augen brannten vor Ärger.
„Na schön. Aber wehe, du lässt uns warten, Elara. Mama hat keine Zeit für deine Spielchen.“
Ingrid sah mich mit ihren großen, vorwurfsvollen Augen an.
„Ich hoffe, du weißt, was du tust, mein Schatz.“
Ich antwortete nicht, sondern stand langsam auf.
„Ich werde mich sofort darum kümmern“, sagte ich, meine Stimme war entschlossen.
„Wir sehen uns morgen.“
Ich drehte mich um und verließ den Raum, das leise Klicken meines Aufnahmegeräts war mein einziger Begleiter.
Als ich die Tür hinter mir schloss, atmete ich tief durch.
Ich hatte eine weitere Schlacht gewonnen: Ich hatte Zeit gewonnen.
Aber ich wusste, dass meine Zeit knapp wurde.
Sie würden nicht ewig warten.
Ich musste die Beweise schnell an Karin übermitteln und meinen nächsten Schritt planen.
Ich ging durch die Gänge der Anwaltskanzlei, meine Schritte waren schnell und entschlossen.
Ich musste weg von diesem Ort der Lügen und des Verrats.
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