Als meine Schauspielkarriere ihren Höhepunkt erreichte, rief mein Bruder an, um unsere Mutter zu retten – doch es war ein perfider Plan, mein Vermögen zu stehlen.
Der Geruch von frischem Kaffee und die Hektik der Filmindustrie erfüllten Leos Büro.
Leo Fischer, mein Agent seit über einem Jahrzehnt, saß mir gegenüber, die neuesten Drehbücher stapelten sich auf seinem glänzenden Mahagonitisch.
Er blätterte durch einen Vertrag, seine Augen waren aufmerksam, aber seine Stirn war leicht gerunzelt.
„Dein Terminkalender ist voll, Elara. Zwei Projekte stehen zur Auswahl, beide mit Oscar-Potenzial“, sagte er, seine Stimme war erfüllt von professioneller Begeisterung.
„Aber ich spüre, dass du nicht ganz bei der Sache bist. Was ist los?“
Ich hatte vorgehabt, das Gespräch vorsichtig zu lenken, aber Leo kannte mich zu gut.
Er konnte die Unruhe in meinen Augen sehen, die ich versucht hatte, zu verbergen.
Ich legte meine Hände ineinander und sah ihn direkt an.
„Es geht um meine Familie, Leo. Um Finn und Mama.“
Sein Lächeln verschwand, und seine Miene wurde ernst.
„Ich habe gehört, dass Finn wieder finanzielle Probleme hat. Ist er wieder in Schwierigkeiten?“
Ich nickte langsam.
„Es ist komplizierter. Er behauptet, Mama brauche eine teure Operation. Ich habe ihm €155.000 überwiesen.“
Leos Augen weiteten sich leicht, und er legte den Vertrag beiseite.
„€155.000? Elara, das ist eine enorme Summe. Und du hast sie einfach so überwiesen?“
Ich zuckte mit den Schultern, meine Stimme war leise.
„Es ging um Mamas Leben, dachte ich. Finn war völlig verzweifelt.“
„Finn ist immer verzweifelt, wenn es um Geld geht“, knurrte Leo, seine Stimme war ungewöhnlich scharf.
„Er hat dir schon in der Vergangenheit das Leben schwer gemacht. Erinnerst du dich an die Sache mit dem Mietvertrag für seine Bar?“
Ich erinnerte mich. Es war ein kleinerer Betrag gewesen, aber Finn hatte mich damals schon emotional unter Druck gesetzt.
Ich hatte es als Familienliebe abgetan.
„Dieses Mal ist es anders, Leo. Es geht um eine Treuhand, die er einrichten will. Für Mamas langfristige Pflege.“
Leo lehnte sich in seinem Stuhl zurück, seine Augen waren aufmerksam und besorgt.
„Eine Treuhand? Und wer soll die verwalten? Finn?“
„Angeblich ein Dr. Vogel. Ein angeblich seriöser Arzt, der alles regeln soll“, sagte ich und vermied es, Leos Blick zu erwidern.
Ich konnte ihm noch nicht alles erzählen, nicht bevor ich mehr Beweise hatte.
Leo schüttelte den Kopf, seine Miene war düster.
„Elara, du musst aufpassen. Diese Dinge können sehr schnell sehr hässlich werden. Besonders wenn deine Familie involviert ist.“
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