Als meine Schauspielkarriere ihren Höhepunkt erreichte, rief mein Bruder an, um unsere Mutter zu retten – doch es war ein perfider Plan, mein Vermögen zu stehlen.
Die Nacht war dunkel und windig, die Straßen leer.
Ich fuhr zu dem abgelegenen Parkplatz am Rande der Stadt, den Karin als „üblichen Ort“ bezeichnet hatte.
Mein Herz klopfte unregelmäßig, eine Mischung aus Angst und Adrenalin.
Karin wartete bereits in ihrem Auto, ein unscheinbarer, dunkler Wagen, der perfekt in die Schatten passte.
Ich parkte mein Auto neben ihrem und stieg aus.
Die Kälte der Nacht klammerte sich an mich, aber meine Gedanken waren klar.
Ich öffnete die Beifahrertür und setzte mich hinein.
Der Geruch von altem Leder und einem leichten Rauchgeruch erfüllte den Innenraum.
„Frau Richter“, sagte Karin, ihre Stimme war ruhig.
„Haben Sie alles?“
Ich nickte und reichte ihr mein Handy.
„Alle Aufnahmen der letzten Tage. Und der gefälschte medizinische Bericht. Mit dem Fehler in der Dosierung.“
Karin nahm das Handy entgegen und steckte es in ein kleines Gerät, das sie aus ihrer Tasche gezogen hatte.
Sie überspielte die Daten, ihre Finger flogen schnell und effizient über die Tastatur.
Das leise Surren des Geräts war das einzige Geräusch in der Stille der Nacht.
Ich spürte eine Erleichterung, als die Daten überspielt wurden.
Die Beweise waren nun in Karins Händen, sicher vor dem Zugriff meiner Familie.
Karin sah auf den Bildschirm ihres Geräts, ihre Augen waren konzentriert.
„Das ist gutes Material, Frau Richter. Sehr gut sogar. Die Aufnahmen sind klar, und der Bericht ist einwandfrei gefälscht.“
Sie zeigte mir auf dem Bildschirm die markierte Stelle im medizinischen Bericht.
„Dieser Fehler in der Medikamentendosierung ist brilliant. Nur jemand mit Fachwissen hätte das bemerkt.“
Ich spürte einen Hauch von Stolz, gemischt mit der Bitterkeit der Situation.
„Ich hatte die Rolle einer Chirurgin. Das war meine beste Recherche.“
Karin nickte.
„Ihre Talente sind vielseitig, Frau Richter. Das ist ein Vorteil, den Sie nutzen müssen.“
Sie steckte mein Handy zurück in meine Hand und schloss das Gerät.
„Wir haben jetzt genug Material, um Vogel und Finn unter Druck zu setzen. Aber der letzte Schritt muss von Ihnen selbst kommen.“
Ich sah sie an, meine Stimme war fest.
„Wie weit soll ich gehen?“
Karin drehte sich zu mir, ihre Augen waren durchdringend in der Dunkelheit.
„Das ist Ihre Entscheidung, Frau Richter. Wollen Sie einfach Ihr Vermögen retten und sich zurückziehen? Oder wollen Sie, dass sie für ihre Taten bezahlen?“
Ich zögerte.
Die Vorstellung, Finn und Ingrid ins Gefängnis zu bringen, war schmerzhaft.
Es waren immer noch meine Familie, trotz allem.
Aber die Wut und der Verrat, die ich gespürt hatte, waren tief.
„Ich will Gerechtigkeit, Karin“, sagte ich schließlich, meine Stimme war leise, aber entschlossen.
+ There are no comments
Add yours