Als meine Schauspielkarriere ihren Höhepunkt erreichte, rief mein Bruder an, um unsere Mutter zu retten – doch es war ein perfider Plan, mein Vermögen zu stehlen.
Die Entscheidung war gefallen.
Ich musste Karin Weber kontaktieren.
Ihr Name war wie ein leises Echo aus einer anderen Welt in meinem Kopf aufgetaucht.
Ich erinnerte mich an eine Party vor vielen Jahren, eine brancheninterne Veranstaltung, auf der Gerüchte über Karins Fähigkeiten kursierten.
Sie war als diskrete Problemlöserin bekannt, jemand, der die Schmutzwäsche wegräumte, bevor sie die Schlagzeilen erreichte.
Ich hatte sie damals nur flüchtig gesehen, eine Frau mit scharfen Augen und einer undurchdringlichen Aura.
Ich begann, in meinen alten Kontakten und Notizen zu suchen.
Ich hatte immer eine Angewohnheit gehabt, ungewöhnliche Kontakte zu speichern, falls sie jemals nützlich sein könnten – eine Angewohnheit, die mir meine Schauspielerei gelehrt hatte, um mich auf jede Eventualität vorzubereiten.
Ich blätterte durch einen alten Terminkalender, der voller Kritzeleien und Telefonnummern war, die ich aus verschiedenen Produktionen gesammelt hatte.
Jeder Name weckte eine Erinnerung, eine Szene, eine Emotion.
Meine Finger zitterten leicht, als ich eine Seite mit dem Titel “Sonstige Kontakte” fand.
Dort, in einer kleinen, unauffälligen Ecke, stand ihr Name: Karin Weber.
Daneben eine Telefonnummer, die mit einer alten Vorwahl begann, die ich kaum noch kannte.
Es war ein riskanter Schritt.
Karin gehörte zu einer Welt, die ich immer gemieden hatte, einer Welt, in der die Regeln anders waren als in meinem öffentlichen Leben.
Aber ich hatte das Gefühl, dass ich keine andere Wahl hatte.
Meine Familie hatte die Spielregeln geändert, und ich musste mich anpassen, um zu überleben.
Ich nahm mein Handy in die Hand, meine Herzschlag war spürbar schneller.
Ich tippte die Nummer ein, zögerte aber, bevor ich anrief.
Was sollte ich sagen? Wie sollte ich mich erklären?
Ich war eine gefeierte Schauspielerin, sie eine Frau, die im Schatten operierte.
Ich atmete tief durch.
Ich war eine Schauspielerin. Ich konnte jede Rolle spielen, die ich wollte.
Auch die einer Frau, die Hilfe in der Unterwelt suchte.
Ich drückte auf „Anrufen“.
Das Freizeichen ertönte, zweimal, dreimal.
Ich spürte eine Mischung aus Angst und Entschlossenheit.
Plötzlich hob jemand ab.
Eine tiefe, raue Frauenstimme meldete sich: „Weber.“
Keine Begrüßung, kein Schnickschnack. Direkt, effizient.
„Frau Weber? Hier spricht Elara Richter“, sagte ich, meine Stimme war überraschend fest.
Ich stellte mir vor, wie sie auf der anderen Seite der Leitung die Augenbrauen hochzog.
„Elara Richter, die Schauspielerin?“, fragte sie, ihre Stimme war neutral, aber ich spürte eine Spur von Neugier.
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