Reichtum und Verrat: Wie mein Ehemann und seine Mutter versuchten, mich mit kochendem Öl zum Schweigen zu bringen
Ein paar Wochen später saß ich wieder in meinem Zimmer im Reha-Zentrum, die Wundheilung machte Fortschritte, aber die Narben auf meiner Seele heilten langsamer. Mein Telefon vibrierte leise. Es war Max. Ich nahm sofort ab.
„Elara“, sagte er, seine Stimme klang gedämpft, aber bestimmt. „Ich habe Neuigkeiten. Nicht alles gut, aber wichtig.“
„Schiessen Sie los, Max“, sagte ich und spürte, wie meine Anspannung wuchs.
„Ich habe einige der ehemaligen Angestellten der von Reichenbachs aufgespürt“, begann Max. „Das Küchenpersonal und zwei Zimmermädchen. Alle wurden kurz nach Ihrem ‚Unfall‘ entlassen. Ohne Vorwarnung, ohne Abfindung. Sie sind wütend, aber auch ängstlich.“
Das war genau das Muster, das ich erwartet hatte.
„Hat jemand von ihnen etwas über eine Kamera in der Speisekammer gesagt?“, fragte ich direkt.
Max seufzte.
„Nicht direkt. Aber die Beschreibung der Entlassungen ist interessant. Sie wurden alle aufgefordert, sofort zu gehen, ohne ihre persönlichen Sachen zu holen. Das klingt nach einer Bereinigung, einem Versuch, mögliche Zeugen zu eliminieren.“
„Ich verstehe“, sagte ich, meine Gedanken rasten. „Gibt es weitere Details zu den Entlassungen? Gab es einen bestimmten Grund, der genannt wurde?“
„Eleonora von Reichenbach hat persönlich dafür gesorgt“, erklärte Max. „Sie hat behauptet, es gäbe ‚Umstrukturierungen‘ und ‚Vertrauensprobleme‘. Aber die Angestellten sagen, es war sehr plötzlich. Fast panisch. Ein Zimmermädchen namens Lena erwähnte, dass Eleonora kurz zuvor ‚sehr aufgeregt‘ war wegen einiger ‚Papiere‘, die sie in Helmuts Arbeitszimmer gefunden hatte.“
Papiere. Mein Herzschlag beschleunigte sich.
„Papiere?“, fragte ich, kaum atmend. „Könnte das mit meinen Geschäftsplänen zusammenhängen?“
Max war still.
„Das ist ein interessanter Gedanke. Können Sie das näher erläutern?“
„Vor meinem ‚Unfall‘ hatte ich einen umfassenden Plan zur Rettung und Umstrukturierung des Familienvermögens ausgearbeitet“, erklärte ich. „Die von Reichenbachs sind zwar reich an Namen, aber ihr Vermögen ist in den letzten Jahrzehnten durch schlechte Investitionen und überholte Geschäftsmodelle stark geschrumpft. Ich habe es in den letzten Jahren durch kluge, wenn auch aggressive, Anlagestrategien wieder verdreifacht.“
Ich erinnerte mich an die hitzigen Diskussionen mit Eleonora.
„Mein Plan hätte bedeutet, dass ich einen Großteil der Kontrolle über die Familienholding übernommen hätte“, fuhr ich fort. „Es war riskant, aber notwendig, um das Vermögen langfristig zu sichern. Eleonora war strikt dagegen. Sie sah es als Angriff auf ihre Autorität und ihre Traditionen.“
„Sie wollte die Kontrolle nicht abgeben“, folgerte Max.
„Genau“, sagte ich. „Sie ist besessen von Macht und dem reinen ‚von Reichenbach‘-Blut. Meine ‚neureichen‘ Ideen waren ihr ein Dorn im Auge. Und mein Erfolg erst recht.“
Max dachte einen Moment nach.
„Das ist ein viel stärkeres Motiv als nur persönliche Abneigung“, stellte er fest. „Wenn Ihre Pläne ihre finanzielle und soziale Stellung bedrohten, wäre ein Angriff auf Sie ein kalkulierter Schritt gewesen. Sie diskreditiert Sie, isoliert Sie, und Ihre Pläne werden gestoppt.“
Ich nickte, obwohl er mich nicht sehen konnte.
+ There are no comments
Add yours