Reichtum und Verrat: Wie mein Ehemann und seine Mutter versuchten, mich mit kochendem Öl zum Schweigen zu bringen
Der Salon der von Reichenbachs, der Ort so vieler falscher Vorspiegelungen, verwandelte sich in eine Bühne des Chaos und der bloßen Fakten. Eleonora verharrte in eisigem Schweigen, ihr hochmütiges Lächeln zitterte nur noch leicht an den Mundwinkeln. Helmuts Geständnis hatte sie wie ein Schlag getroffen, aber sie weigerte sich, auch nur ein Wort zu sagen. Ihre Augen glühten, als sie von Helmut zu mir und dann zu Kommissarin Richter huschten, doch sie blieb stumm.
Dr. Hagenbeck, ihr Anwalt, versuchte, die Situation zu retten.
„Kommissarin, mein Klient ist eindeutig traumatisiert“, sagte er mit erhobener Stimme. „Seine Aussage unter Zwang…“
„Er war nicht unter Zwang“, unterbrach Kommissarin Richter ihn scharf. „Er hat freiwillig und panisch die Existenz einer geheimen Kamera und seine Kenntnis davon bestätigt. Und das im Angesicht der Vorwürfe, die wir ihm und seiner Mutter gerade unterbreitet haben.“
Einer der Beamten, der den Kaminvorsprung untersucht hatte, rief.
„Kommissarin! Wir haben ein kleines Aufzeichnungsgerät hinter einer Verkleidung gefunden. Mit einer Miniaturkamera, direkt auf den Bereich der Speisekammer gerichtet. Und eine angeschlossene Festplatte.“
Er hielt ein unscheinbares schwarzes Kästchen hoch.
Meine Hände ballten sich unwillkürlich. Da war es. Der Beweis.
„Sichern Sie das Gerät sofort“, befahl Richter. „Und nehmen Sie die Festplatte zur forensischen Untersuchung mit.“
Sie drehte sich zu Eleonora um.
„Frau von Reichenbach, aufgrund der vorliegenden Beweise, Ihrer eigenen Aufzeichnungen und der Aussage Ihres Sohnes verhafte ich Sie wegen des dringenden Verdachts auf schwere Körperverletzung und versuchter Vertuschung.“
Zwei uniformierte Beamte traten vor. Eleonoras Gesicht erstarrte zu einer steinernen Maske. Sie stand langsam auf, ihre Bewegungen waren immer noch von arroganter Würde. Doch ihre Augen verrieten eine tiefe, kalte Wut.
„Das werden Sie bereuen“, zischte sie, als die Beamten ihr die Hände auf den Rücken legten. „Das ist eine Schande für unseren Namen.“
„Ihr Name ist bereits eine Schande, Frau von Reichenbach“, entgegnete Richter ohne Regung. „Und Herr von Reichenbach, auch Sie werden verhaftet.“
Helmut zuckte zusammen. Er saß immer noch auf dem Boden und starrte ins Leere.
„Ich… ich habe nichts getan“, murmelte er, seine Stimme war kaum hörbar. „Ich… ich habe doch nur zugesehen.“
„Zusehen ist in diesem Fall bereits Mittäterschaft“, sagte Richter. „Sie wussten von dem Plan, und Sie haben nicht eingegriffen, als Ihre Frau brutal angegriffen wurde. Sie haben mit Ihrer Mutter zusammengearbeitet, um die Tat zu vertuschen.“
Die Beamten hoben Helmut von den Knien. Er leistete keinen Widerstand, seine Augen waren voller Tränen und Selbstmitleid.
Clara stand immer noch im Raum und blickte verwirrt von ihrer Oma zu ihrem Papa, dann zu den Polizisten. Ihre Augen füllten sich mit Wasser.
„Oma? Papa?“, fragte sie leise. „Was passiert denn?“
Eine Polizistin beugte sich zu Clara hinunter.
„Deine Oma und dein Papa müssen jetzt mit den Polizisten mitkommen, Schatz“, sagte sie sanft. „Das ist wie eine ganz lange Reise.“
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