Chapter 5: Die Prinzessin und der Stein

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Reichtum und Verrat: Wie mein Ehemann und seine Mutter versuchten, mich mit kochendem Öl zum Schweigen zu bringen

Chapter 1: Das Märchen vom Unfall

Chapter 2: Die Melodie der Erinnerung

Chapter 3: Das Netz der Lügen

Chapter 4: Das verborgene Archiv

Chapter 5: Die Prinzessin und der Stein

Chapter 6: Das digitale Geständnis

Chapter 7: Die Masken fallen

Chapter 8: Die erste Welle

Chapter 9: Ein neuer Sonntag

Max hatte es versucht. Er hatte alle Hebel in Bewegung gesetzt, seine Kontakte spielen lassen, sogar ein paar graue Hacker-Kanäle angezapft, um an Informationen über die Art der Verschlüsselung zu kommen, die in einem so isolierten System verwendet werden könnte. Doch er hatte sich eine blutige Nase geholt.

Wir trafen uns erneut, diesmal in einer abgelegenen Ecke eines Botanischen Gartens, wo unsere Gespräche in der Geräuschkulisse der Natur untergingen.

„Es ist ein Biest, Elara“, sagte Max, seine Stimme war ungewöhnlich frustriert. „Diese Verschlüsselung ist auf dem neuesten Stand der Technik. Es gibt keine Hintertüren, keine Standard-Hacks. Es ist so konzipiert, dass es ohne den genauen Schlüssel unknackbar ist. Wir bräuchten Jahre, um es zu brute-forcen, wenn überhaupt.“

Er rieb sich die Stirn.

„Wir brauchen einen Hinweis, Elara. Irgendetwas Persönliches. Etwas, das nur Eleonora weiß oder als wichtig erachtet.“

„Etwas Persönliches“, wiederholte ich und dachte an Eleonora.

Sie war eine Matriarchin, die Wert auf Tradition und ihren eigenen Status legte. Aber sie hatte auch eine versteckte Eitelkeit, die sich in ihrer Kleidung und ihren makellosen Auftritten zeigte.

Ich brauchte Clara.

Ich organisierte einen weiteren Besuch für Clara. Meine Stieftochter war nach wie vor mein Fenster in das Haus der von Reichenbachs, unschuldig und ahnungslos.

Wir saßen auf einer Decke im Park, Clara zeichnete bunte Bilder von Blumen und Tieren.

„Clara, erinnerst du dich an das große Bild von Oma Eleonora in ihrem Arbeitszimmer?“, fragte ich beiläufig, während ich ihr eine neue Farbe reichte.

Clara nickte eifrig.

„Ja! Das ist das Bild, wo Oma Eleonora aussieht wie eine junge Prinzessin!“

Sie malte weiter, ungestört.

„Eine junge Prinzessin, das ist ja spannend“, sagte ich und tat so, als wäre ich fasziniert von ihrer Zeichnung. „Erzähl mal, wie sieht sie denn da aus?“

„Sie hat ein ganz schönes Kleid an“, sagte Clara. „Und so einen Glitzer-Schmuck auf dem Kopf. Ein Diadem!“

Ich lächelte. „Ein Diadem, genau! Und ist da etwas Besonderes dran?“

Clara legte ihren Stift nieder und dachte nach.

„Na ja“, sagte sie, „Oma Eleonora berührt immer einen ganz winzigen, versteckten Stein an dem Diadem. Immer wenn sie ganz geheime Dinge in ihr Buch schreibt. Sie sagt, das ist ihr Glücksstein.“

Mein Atem stockte.

Ein winziger, versteckter Stein.

Ganz geheime Dinge.

Das war es. Das war der Hinweis. Eleonoras Eitelkeit, ihre Fixierung auf ihre eigene Jugend und Schönheit, kombiniert mit ihrer pedantischen Art, Geheimnisse zu hüten.

„Clara, das ist sehr interessant“, sagte ich und versuchte, meine Erregung zu verbergen. „Wo ist dieser Stein denn genau? Kannst du ihn mir auf deiner Zeichnung malen?“

Clara nahm einen roten Stift und malte einen winzigen Punkt am Rand eines imaginären Diadems auf ihrer Zeichnung.

„Hier! Er ist ganz klein. Und man sieht ihn fast nicht.“

Ich prägte mir die Position ein. Das war zu spezifisch, um Zufall zu sein.

Ich bedankte mich bei Clara und verabschiedete mich bald darauf. Mein Kopf raste. Ich musste sofort Max kontaktieren.

„Max, ich habe den Hinweis“, sagte ich, als er abnahm. Meine Stimme war ein wenig lauter als beabsichtigt.

„Welchen Hinweis?“, fragte er, sofort alarmiert.

Ich erklärte ihm Claras Beobachtung: das Gemälde von Eleonora als junge Prinzessin, das Diadem, und der winzige, versteckte Stein, den sie berührte, wenn sie „geheime Dinge“ aufschrieb.

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