Ärztin Lena Hoffmann wurde von Chefarzt-Ehemann Markus Weber geschlagen, wegen €10.500 Patientenfonds-Diebstahls beschuldigt – aber er hatte €170.000 mehr von ihrem Konto abgezogen
Lena stand vor dem Haupteingang der Geriatrie, ihr Herz pochte wie wild gegen ihre Rippen. Sie hatte gehofft, dass Dr. Stefan Kroll, ein langjähriger Kollege, ihr zuhören würde.
Sie hatten jahrelang Seite an Seite gearbeitet, hatten zusammen gelacht, sich über Fälle ausgetauscht. Er musste ihr doch glauben.
Stefan kam aus der Tür, die Schultern leicht nach vorne gebeugt, den Blick auf sein Handy gerichtet. Er wirkte, als würde er Lena nicht sehen wollen.
„Stefan!“, rief Lena, ihre Stimme zitterte ein wenig.
Er blickte auf, seine Miene verhärtete sich merklich. Ein Lächeln, das er sonst immer für sie hatte, war nicht zu sehen.
„Lena. Ich… ich hatte gehofft, dich nicht zu sehen.“ Seine Worte trafen sie wie ein Schlag ins Gesicht.
„Was ist los, Stefan? Markus verbreitet Lügen über mich, das weißt du doch, oder?“ Lenas Stimme wurde lauter, verzweifelter.
Stefan vermied ihren Blick, seine Augen huschten über den Parkplatz. Er schien nach einem Fluchtweg zu suchen.
„Lena, es gibt… unbestätigte Berichte. Von denen ich gehört habe. Über… die Finanzen.“ Er nuschelte die Worte, als wären sie ihm peinlich.
„Unbestätigte Berichte? Ich werde des Diebstahls von Patientengeldern beschuldigt! Meiner Approbation soll entzogen werden!“ Lena spürte, wie die Tränen in ihren Augen aufstiegen.
Sie hatte ihm vertraut, hatte geglaubt, er würde zu ihr stehen. Ihre Hände ballten sich zu Fäusten.
„Ich kann dazu nichts sagen, Lena. Es ist eine interne Angelegenheit.“ Stefan machte einen Schritt zurück.
Er sah aus, als wollte er sich von ihr distanzieren, als wäre ihre Nähe ansteckend. Dies war nicht der Stefan, den sie kannte.
„Stefan, bitte. Du kennst mich. Ich würde so etwas niemals tun!“ Ihre Stimme brach.
„Ich weiß es nicht, Lena. Markus… Markus hat da eine sehr überzeugende Geschichte.“
Er sagte es leise, fast entschuldigend, aber der Schaden war angerichtet. Lenas Hoffnungen zerbrachen an der Gleichgültigkeit ihres Kollegen.
„Markus lügt! Er versucht, mich zu vernichten!“
„Ich bin nicht in der Position, das zu beurteilen“, erwiderte Stefan.
Er sah auf seine Uhr, ein offensichtliches Zeichen, das Gespräch beenden zu wollen. „Ich muss los, Lena. Ich habe noch einen wichtigen Termin.“
Er drehte sich um und ging, ohne ein weiteres Wort. Er lief nicht weg, er schlich sich weg, als wäre er schuldig.
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