Ärztin Lena Hoffmann wurde von Chefarzt-Ehemann Markus Weber geschlagen, wegen €10.500 Patientenfonds-Diebstahls beschuldigt – aber er hatte €170.000 mehr von ihrem Konto abgezogen
Es war tief in der Nacht. Das Haus war still, nur das leise Summen des Kühlschranks war zu hören.
Finn war auf den Zehenspitzen in den Keller geschlichen. Die Treppe knarrte unter seinem Gewicht, doch er bewegte sich langsam und vorsichtig.
Der Keller war klamm und roch nach feuchtem Beton und alten Büchern. Er tastete sich im Dunkeln vorwärts, seine Taschenlampe schnitt einen schmalen Kegel durch die Dunkelheit.
Er fand den alten Arbeitslaptop seines Vaters in einer verstaubten Kiste, unter einem Stapel alter Zeitschriften. Der Laptop war schwer und wirkte klobig.
Er trug ihn wie einen Schatz nach oben in sein Zimmer. Auf seinem Schreibtisch schloss er ihn an das Ladegerät an.
Der Laptop fuhr langsam hoch, das Lüftergeräusch war laut und ratternd. Finn war gespannt.
Er öffnete den Dateiexplorer und suchte nach ungewöhnlichen Ordnern oder Dateien. Nichts Auffälliges auf den ersten Blick.
Dann fiel sein Blick auf einen versteckten Ordner. Er hatte die Einstellungen so geändert, dass er auch versteckte Dateien sehen konnte.
Der Ordner hieß „OldProjects_Archiv“. Finn runzelte die Stirn.
Warum sollte ein Archivordner versteckt sein? Mit einem Klick öffnete er ihn.
Darin befand sich nur eine einzige Datei: „Finanz_Übersicht_2023_V1.xlsx.enc“. Die Endung „.enc“ fiel Finn sofort auf.
Es stand für „encrypted“, verschlüsselt. Seine Augen weiteten sich.
Das war kein gewöhnliches Dokument. Das war eine passwortgeschützte, verschlüsselte Spreadsheet-Datei.
Sein Herz begann schneller zu schlagen. Sein Vater hatte sich offensichtlich viel Mühe gegeben, diese Datei zu verstecken.
Das war mehr als nur eine private Angelegenheit. Es war etwas, das Markus geheim halten wollte.
Etwas, das niemand sehen sollte. Er versuchte, die Datei zu öffnen.
Sofort erschien ein Fenster, das ein Passwort abfragte. Finn gab ein paar gängige Passwörter ein, die er von seinem Vater kannte, wie „Markus123“ oder „Chefarzt2024“.
Nichts funktionierte. Die Datei blieb verschlossen.
Er erinnerte sich an das aggressive Telefonat, das er belauscht hatte. Die Drohungen gegen „Clara“, die Rede von einer „Finanzprüfung“.
All das fügte sich jetzt zusammen. Diese Datei musste damit in Verbindung stehen.
Sie enthielt mit ziemlicher Sicherheit die Antworten, nach denen er suchte. Finn spürte eine Mischung aus Angst und Aufregung.
Er w wusste, dass das Betreten dieser digitalen Grenze eine Überschreitung war. Es war, als würde er in das privateste und gefährlichste Geheimnis seines Vaters eindringen.
Doch die Sorge um seine Mutter, um ihre Reputation, um die Wahrheit, war stärker. Lena litt, Renate litt.
Er konnte nicht einfach zusehen und nichts tun. Diese Datei war vielleicht der Schlüssel zu ihrer Rettung.
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