Ärztin Lena Hoffmann wurde von Chefarzt-Ehemann Markus Weber geschlagen, wegen €10.500 Patientenfonds-Diebstahls beschuldigt – aber er hatte €170.000 mehr von ihrem Konto abgezogen
Lena saß in Eva Müllers nüchternem Büro, die Kaffeetasse in ihren Händen war fast kalt geworden. Draußen regnete es, und jeder Tropfen, der gegen das Fenster prasselte, schien ihre innere Unruhe zu verstärken.
Eva Müller blätterte durch Akten, ihre Stirn in Falten gelegt. Die Anwältin war direkt, pragmatisch und ließ keinen Zweifel an der Ernsthaftigkeit der Situation aufkommen.
„Lena, Markus’ Anwalt hat auf unsere Forderung zur Rückerstattung der 170.000 Euro reagiert.“ Eva legte die Akte beiseite und sah Lena direkt an.
Lenas Herz machte einen Sprung. „Und? Wird er das Geld zurückzahlen?“
Eva schüttelte den Kopf, ihre Miene war ernst. „Nein, ganz im Gegenteil. Er bestreitet alles vehement.“
„Er behauptet, diese Gelder seien zur Deckung ,versteckter Schulden‘ der Familie verwendet worden, von denen du angeblich gewusst hättest.“
Lena schnappte nach Luft. „Versteckte Schulden? Das ist eine Lüge! Ich hatte keine Ahnung von irgendwelchen Schulden, und schon gar nicht in dieser Höhe!“
Eva nickte. „Das ist seine Taktik. Er hat bereits mehrere Gegenanträge eingereicht.“
„Er wirft dir vor, unsere Forderung sei ,schikanös‘ und ,verleumderisch‘.“
Lena konnte es kaum fassen. „Schikanös? Er hat mein Konto leergeräumt, und ich bin diejenige, die schikaniert?“
„Es ist ein Kampf, Lena. Ein schmutziger“, sagte Eva ruhig.
„Diese Gegenanträge und die erforderlichen Reaktionen darauf werden uns viel Zeit und vor allem viel Geld kosten. Dein Geld, das du im Moment nicht hast.“
Lena sank tiefer in ihren Stuhl. Die Vorstellung eines endlosen Rechtsstreits, der ihre sowieso schon angespannten Finanzen noch weiter strapazieren würde, war entmutigend.
„Was schlagen Sie vor, Eva? Ich kann mir das nicht leisten.“ Ihre Stimme war kaum mehr als ein Flüstern.
„Wir müssen Prioritäten setzen, Lena. Die Rückforderung der 170.000 Euro ist ein langwieriger Zivilprozess.“ Eva sprach langsam und deutlich.
„Markus wird das mit allen Mitteln verzögern, um dich finanziell zu zermürben. Das ist sein Ziel.“
„Sein Ziel ist es, mich fertigzumachen“, ergänzte Lena bitter.
„Genau. Er wird jede Möglichkeit nutzen, deine Ressourcen zu erschöpfen.“ Eva legte ihre Hände auf den Tisch.
„Mein Rat ist: Konzentrieren wir uns jetzt auf die Approbationsfrage. Das ist der Schlüssel zu deiner beruflichen Zukunft.“
„Wenn wir deine Approbation wiederherstellen können, hast du eine Chance, wieder als Ärztin zu arbeiten. Dann hast du zumindest wieder ein Einkommen.“
„Aber das Geld… Das ist Geld für Renates Pflege, für meine Forschung“, murmelte Lena.
Die Vorstellung, diese 170.000 Euro nicht zurückzubekommen, war schmerzhaft. Es war nicht nur Geld, es war Sicherheit.
Es war die Möglichkeit, ihrer Mutter die bestmögliche Versorgung zu ermöglichen. Es war die Frucht ihrer Arbeit.
+ There are no comments
Add yours