Ärztin Lena Hoffmann wurde von Chefarzt-Ehemann Markus Weber geschlagen, wegen €10.500 Patientenfonds-Diebstahls beschuldigt – aber er hatte €170.000 mehr von ihrem Konto abgezogen
Lena saß an ihrem winzigen Küchentisch, ihre Hände um eine Tasse warmen Kräutertee geklammert. Renate saß ihr gegenüber, starrte ins Leere.
Sie hatte in den letzten Tagen wieder einen schlechten Tag, die Demenz schritt unaufhaltsam voran. Lena spürte die ständige Sorge um ihre Mutter.
Die Klingel summte. Es war Eva Müllers Assistentin, die einen Umschlag mit neuen Unterlagen brachte.
Lenas Herz sank. Jeder Umschlag von Markus’ Anwälten bedeutete neue Probleme.
Sie öffnete den Umschlag mit zitternden Händen. Es war ein offizieller Vorschlag von Markus’ Anwalt.
Lena las die Zeilen, ihre Augen huschten über die nüchternen Formulierungen. Der Vorschlag war kurz und prägnant.
Markus bot an, „alle weiteren rechtlichen Schritte im Zusammenhang mit den 10.500 Euro einzustellen“, unter einer Bedingung. „Im Gegenzug erklärt sich Frau Hoffmann bereit, der sofortigen Verlegung von Frau Renate Schmidt in das Pflegeheim ,Abendsonne‘ in Bad Tölz zuzustimmen.“
Bad Tölz. Lena kannte das Heim. Es war weit weg, etwa anderthalb Stunden Fahrtzeit von ihrer aktuellen Wohnung entfernt.
Und sie wusste, dass es einen schlechten Ruf hatte. Unterbesetzt, schlechte Bewertungen, die Klagen von Angehörigen häuften sich.
Die monatlichen Kosten dort waren gering, nur ein Bruchteil dessen, was sie sich für Renate wünschte. Markus wusste genau, dass dieser Vorschlag für Lena eine unerträgliche Wahl war.
Es war eine moralische Erpressung. Er wollte sie zwingen, ihre Mutter in ein billiges, schlechtes Heim abzuschieben, nur um seine eigenen finanziellen Probleme zu lindern oder sie zu isolieren.
Die Vorstellung, Renate in diesem Heim zurückzulassen, schnürte ihr die Kehle zu. Ihre Mutter war auf ihre Fürsorge angewiesen.
Sie brauchte die Nähe, die Vertrautheit, die liebevolle Pflege, die Lena ihr gab. Das war ein Versuch, sie von Renate zu trennen.
Ein persönlicher Schlag, der direkt auf ihre tiefsten Ängste abzielte. Markus spielte mit ihren Gefühlen, mit ihrer Liebe zu ihrer Mutter.
Er wusste, dass Lena alles tun würde, um Renate zu schützen. Und er nutzte das aus.
Lena legte den Brief auf den Tisch. Ihre Hände ballten sich zu Fäusten.
Renate blickte sie an, ihre Augen waren klarer als in den letzten Stunden. „Lena? Ist alles in Ordnung, mein Kind?“
„Ja, Mama. Alles in Ordnung.“ Lena zwang sich zu einem Lächeln.
Sie konnte Renate nicht mit diesen Sorgen belasten. Ihre Mutter hatte schon genug zu tragen.
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