Chapter 4: Der schweigende Zeuge

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Ihre Karriere sollte zerstört werden, damit er seine Geliebte heiraten konnte – doch sie erlebte seine Demütigung.

Chapter 1: Die unsichtbaren Narben

Chapter 2: Die rätselhafte Botschaft

Chapter 3: Das Netz der Schatten

Chapter 4: Der schweigende Zeuge

Chapter 5: Die schmutzigen Bande

Chapter 6: Die unausgesprochene Anklage

Chapter 7: Der Preis der Wahrheit

Chapter 8: Ein Jahr später

Der Name Rolf Weber war ein kalter Stein in meiner Hand. Erna hatte versucht, mir zu helfen, indem sie ihre Kontakte in der Halbwelt anzapfte, aber selbst sie stieß an ihre Grenzen. Niemand schien zu wissen, wo dieser Rolf Weber geblieben war. Die Gerüchte reichten von „ist aus der Stadt geflohen“ bis „sitzt im Gefängnis“.

Ich verbrachte Wochen damit, in den schattigen Ecken der Stadt zu suchen, wo Erna einst Verbindungen vermutet hatte. Ich besuchte schäbige Kneipen, rauchige Hinterzimmer, Orte, die ich als Helga Richter, die Sängerin, niemals betreten hätte. Die Luft war erfüllt vom Gestank billigen Alkohols und Zigarettenqualm. Ich bekam unfreundliche Blicke, aber auch abfällige Kommentare über mein Aussehen.

Meine Verbände waren nun ganz ab, aber die rosafarbenen Narben waren deutlich zu sehen. Ich trug einen großen Hut und einen Schal, um mein Gesicht so gut es ging zu verbergen, aber es war nutzlos. Jeder wusste, wer ich war. Die „Sängerin mit dem Säuregesicht“.

Ich saß eines Abends in einer besonders heruntergekommenen Spelunke nahe des Güterbahnhofs. Der Barkeeper hatte mich nur mit einem Grinsen bedient. Ich hatte schon fast die Hoffnung aufgegeben.

Plötzlich hörte ich eine laute, raue Stimme vom Nebentisch.

„Dieser Vogel ist ein Heuchler, sage ich euch! Immer auf fein tun, aber seine Hände sind so schmutzig wie meine Stiefelsohlen!“

Die Stimme gehörte einem bulligen Mann, dessen Gesicht von Narben gezeichnet war. Seine Augen waren klein und stechend, als er seinen Bierkrug auf den Tisch knallte. Er hatte ein kräftiges Kreuz und kurze, dunkle Haare. Er sah aus wie jemand, der nicht zweimal überlegte, bevor er zuschlug.

Ich spürte, wie mein Herz in meiner Brust hämmerte. War das Rolf Weber?

Ich nahm all meinen Mut zusammen und stand auf. Ich ging langsam zu seinem Tisch.

„Entschuldigen Sie“, sagte ich, meine Stimme war leise, aber fest.

„Reden Sie von Klaus Vogel?“

Der Mann drehte sich um, sein Blick fixierte mich. Seine Augen verengten sich, als er mein Gesicht unter dem Schal sah. Eine seltsame Mischung aus Abscheu und Erkennen blitzte in ihnen auf.

„Wer will das wissen?“, knurrte er.

Seine Stimme war drohend.

Ich zog meinen Schal ein Stück herunter.

„Ich bin Helga Richter.“

Sein Blick verhärtete sich.

„Ach, die kleine Sängerin. Die, die immer so schön geträllert hat.“

Ein höhnisches Grinsen breitete sich auf seinem Gesicht aus.

„Du bist also die, die jetzt so aussieht, wie sie aussieht.“

Meine Hand ballte sich unter dem Tisch zur Faust. Die Verachtung in seiner Stimme schnitt tiefer als jede Klinge.

„Ich weiß, dass Sie Rolf Weber sind“, sagte ich.

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