Chapter 4: Gräubers Beobachtungen

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Die Tage, die folgten, waren für mich eine Mischung aus Verzweiflung und einer neuen, scharfen Aufmerksamkeit.

Ich versuchte, einen klaren Kopf zu bewahren, aber die Zeilen des Tagebuchs hallten in meinen Gedanken wider.

Jedes Knarren, jedes plötzliche Temperaturgefälle im Haus schien eine direkte Botschaft an mich zu sein.

Ich redete mit mir selbst, oft laut, wenn ich allein war.

Ich fragte mich, ob ich langsam den Verstand verlor.

Unbemerkt von mir hatte Johanna jedoch ihre eigenen Schritte unternommen.

Herr Gruber, ein Privatdetektiv, war ein Mann mittleren Alters, unauffällig und effizient.

Er parkte seinen dunklen Van immer etwas abseits der Straße, seine Kamera mit Teleobjektiv fest in der Hand.

Seine Anweisungen von Johanna waren klar gewesen.

„Beobachten Sie ihn“, hatte sie in einem ihrer seltenen persönlichen Treffen gesagt, ihre Stimme kühl und bestimmt.

„Sammeln Sie Beweise dafür, dass er nicht ganz bei Trost ist. Vor allem, wenn er allein im Haus ist.“

Gruber hatte zuerst gezögert.

Er war auf Scheidungsfälle und Untreue spezialisiert, nicht auf psychische Gutachten.

Doch die Summe, die Johanna ihm anbot, war zu verlockend.

Er begann seine Arbeit.

Er fotografierte mich, wie ich im Garten stand und mit erhobener Hand zu einem leeren Fenster sprach, als würde ich die Präsenz im Haus anflehen, mich in Ruhe zu lassen.

Tatsächlich hatte ich einen Moment der Schwäche gehabt, meine Gedanken an die Familie Mertens und meine eigene Vergangenheit hatten mich überwältigt.

Gruber fing ein Bild von mir ein, wie ich in der Bibliothek stand, das Tagebuch in der Hand, und offenbar mit den Wänden sprach, meine Frustration über die verblassten Zeilen ausdrückend.

Ein anderes Mal, als ich wieder einmal eine plötzliche Kälte im Treppenhaus spürte, blickte ich mich suchend um, murmelte, ob das Haus mich nicht auch nur in Ruhe lassen könnte.

Gruber war zur Stelle, sein Objektiv klickte diskret.

Er hatte ein Gefühl dafür entwickelt, wann diese „Vorkommnisse“ wahrscheinlich waren.

Er legte sich oft stundenlang auf die Lauer, nur um einen dieser seltsamen Momente einzufangen.

Einmal sah er mich, wie ich spät in der Nacht auf und ab ging, meine Lippen formten Worte, während ich über die fehlenden Gelder und die drohende Adoption nachdachte.

Er machte eine Reihe von Fotos, die mich in angespannten, leidenden Posen zeigten, mit einem seltsamen Ausdruck auf dem Gesicht, als würde ich mit unsichtbaren Geistern debattieren.

Johanna war mit seinen Ergebnissen zufrieden.

„Ausgezeichnet, Herr Gruber“, sagte sie am Telefon, ihre Stimme war mit einer kalten Zufriedenheit erfüllt, als er ihr die ersten Fotos zusendete.

„Genau das, was wir brauchen.“

Sie beauftragte ihn, ein psychologisches Gutachten in Auftrag zu geben, das auf diesen „Beweisen“ basierte.

Ein Gutachten, das mich als psychisch instabil darstellen sollte, als ungeeignet, für Kinder zu sorgen.

Die Strategie war klar: Wenn ich als verrückt abgestempelt werden würde, wären die Kinder vor mir „sicher“.

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