Werner Voss demütigte Ayla Brandt vor der politischen Elite Berlins – doch ihr Schweigen verbarg ein Geheimnis, das er fürchtete
Während Ayla in Berlin gegen die unsichtbaren Mauern der politischen Intrigen kämpfte, saß Katja Richter, eine aufstrebende Journalistin beim „Berliner Kurier“, in ihrem chaotischen Büro. Stapel von Akten türmten sich auf ihrem Schreibtisch, und der Geruch von kaltem Kaffee hing in der Luft. Sie war an einem Artikel über undurchsichtige Investitionen in der Stadt dran, eine Geschichte, die sie seit Wochen verfolgte und die sich immer komplizierter gestaltete.
Katja war bekannt für ihre Hartnäckigkeit und ihren scharfen Verstand. Sie scheute sich nicht davor, unangenehme Fragen zu stellen, auch wenn es bedeutete, sich mit mächtigen Persönlichkeiten anzulegen. Sie hatte ein untrügliches Gespür für Ungereimtheiten, für die kleinen Details, die niemand sonst beachtete.
An diesem Nachmittag war sie besonders frustriert. Die Spuren, denen sie gefolgt war, verliefen sich immer wieder im Sand. Sie hatte das Gefühl, einen riesigen Elefanten zu jagen, aber nur seine Schatten zu sehen. Die Bankunterlagen und Grundbucheinträge, die sie bisher gesichtet hatte, wiesen auf komplizierte Firmenkonstrukte hin, aber keinen klaren Namen.
Ihr Telefon klingelte. Es war eine anonyme Nummer, die sie zuvor noch nie gesehen hatte. Katja zögerte einen Moment, dann drückte sie auf Annehmen.
„Richter“, sagte sie, ihre Stimme war professionell und knapp.
Am anderen Ende der Leitung war ein verzerrter, tiefer Ton, der kaum als menschliche Stimme zu erkennen war. „Ich habe Informationen für Sie. Über Immobiliengeschäfte. In der Hauptstadt.“
Katjas Herzschlag beschleunigte sich. Sie hatte schon oft solche Anrufe erhalten, die meisten waren nutzlos. Doch diese Stimme hatte eine gewisse Dringlichkeit, eine Angst in sich, die sie neugierig machte.
„Welche Art von Immobiliengeschäften?“, fragte Katja, griff schnell nach einem Notizblock und einem Stift.
„Dubios“, sagte die Stimme, ein hustendes Geräusch folgte. „Ein Notar… Karl Heinz Becker.“
Der Name „Karl Heinz Becker“ ließ Katja aufhorchen. Sie hatte ihn in ihrer Recherche noch nicht gefunden. Es war ein neuer Faden, ein potenzieller Lichtblick in der undurchdringlichen Dunkelheit.
„Was ist mit diesem Notar?“, fragte Katja, ihre Hand krampfhaft um den Stift gekrallt.
„Er wickelt die Geschäfte ab“, flüsterte die Stimme. „Für jemanden Wichtiges. Ganz oben. Sie müssen sich diese Transaktionen ansehen.“
Dann folgte ein Klicken, und die Leitung war tot. Katja hielt den Hörer noch einen Moment lang an ihr Ohr, dann legte sie ihn langsam auf. Sie starrte auf den Namen „Karl Heinz Becker“ auf ihrem Notizblock.
Ein Notar, involviert in fragwürdige Immobiliengeschäfte, für jemanden „ganz oben“. Es war eine vage Information, aber es war ein konkreter Anhaltspunkt. Sie hatte das Gefühl, dass sich hier eine neue Tür öffnete, eine, die zu etwas viel Größerem führen könnte, als sie sich bisher vorgestellt hatte.
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