Chapter 7: Der Plan reift

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Am nächsten Morgen traf ich mich mit Anja und Julia in einem kleinen Café, das nicht weit von Julias Galerie entfernt war. Die Atmosphäre war gedämpft, aber voller Entschlossenheit.

Das Tagebuch meiner Mutter lag, eingewickelt in ein Seidentuch, in meiner Aktentasche. Es fühlte sich an wie ein schweres Geheimnis, das nun ans Licht kommen musste.

Julia saß uns gegenüber, ihr Gesicht war noch ernster als sonst. Ich hatte ihr am Telefon nur vage angedeutet, was wir gefunden hatten. Sie ahnte, dass es schlimm war.

Ich legte das Tagebuch auf den Tisch. Anja sah sie eindringlich an.

„Julia, wir haben etwas gefunden, das alles ändert“, sagte Anja. Ihre Stimme war sanft, aber fest.

Julia blickte auf das ledergebundene Buch. Ihre Augen verengten sich. „Was ist das?“

„Das ist das Tagebuch meiner Mutter“, erklärte ich. „Es stammt aus der Zeit, als wir uns getrennt haben.“

Ich öffnete es auf den relevanten Seiten und schob es ihr hin. Julias Blick wanderte über die Zeilen. Ihr Atem stockte, als sie die Worte „Hindernisse“ und „notwendige Maßnahmen“ las.

Ihr Gesicht wurde kreidebleich. Die Röte, die sich sonst in ihren Wangen zeigte, wich einer fahlen Blässe. Ihre Finger fuhren über die geschriebenen Worte.

„Sie… sie haben das geplant“, flüsterte sie. „Sie haben unsere Trennung als ‚Maßnahme‘ betrachtet.“

Ihre Stimme war voller Schmerz und Entsetzen. Ich sah die blanke Wut in ihren Augen, die sich mit einer tiefen Trauer vermischte.

„Und es geht weiter“, sagte ich. „Sie erwähnen sogar die ‚Verlobung mit Johanna‘, meine erste Frau, als das Ziel ihrer Maßnahmen.“

Julia schloss das Tagebuch abrupt. Sie atmete tief ein, ihre Brust hob sich. Ihre Augen waren nun auf mich gerichtet, voller einer Mischung aus Verletzung und einer neuen, kühlen Entschlossenheit.

„Ich habe es gewusst“, sagte sie. „Ich habe es immer gewusst, dass da mehr dahintersteckte als nur dein plötzlicher Sinneswandel.“

Ihre Worte waren ein Schlag in mein Gesicht. Ich wusste, dass sie recht hatte. Ich hatte ihre Intuition nicht ernst genommen.

„Ich weiß“, sagte ich. „Und es tut mir unendlich leid. Aber jetzt haben wir den Beweis.“

Anja legte ihre Hand auf Julias Arm. „Wir müssen das jetzt nutzen, Julia. Wir können es nicht länger ignorieren.“

Julia nickte langsam. Ihre Augen wanderten zu Lena, die in ihrem Kinderwagen schlief. Die Unschuld ihres Gesichts war ein starker Kontrast zu der Hässlichkeit, die wir gerade aufgedeckt hatten.

„Was ist euer Plan?“ fragte Julia. Ihre Stimme war wieder fester geworden.

„Wir brauchen einen Anwalt“, sagte ich. „Einen, der sich mit Betrugsfällen und familiärer Nötigung auskennt. Und ich bin bereit, alles zu tun, um die Wahrheit ans Licht zu bringen. Egal, was es kostet.“

Julia zögerte immer noch. Die Angst vor meiner Familie saß tief in ihr.

„Heiner, du unterschätzt sie immer noch“, sagte sie. „Sie werden nicht einfach aufgeben. Sie werden sich mit allen Mitteln wehren.“

„Das ist mir klar“, erwiderte ich. „Aber ich bin nicht länger allein. Ich habe Anja. Und ich hoffe, ich habe auch dich. Und wir haben Lena.“

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