Chapter 7: Der Schatten des Abschieds

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Die Bürotür wurde mit einem lauten Knall aufgestoßen. Zwei kräftige Männer, mit breiten Schultern und leeren Blicken, traten ein. Sie trugen dunkle Anzüge, die ihre kräftige Statur betonten.

Hinter ihnen erschien Herr Lorenz. Sein Blick war kalt, seine Lippen zu einem schmalen Strich zusammengepresst. Er sah zuerst mich an, dann Jakob, und in seinen Augen lag eine unerbittliche Entschlossenheit.

„Jakob Weber“, sagte Herr Lorenz, seine Stimme war schneidend. „Wir haben uns lange genug im Kreis gedreht.“

Jakob saß wie erstarrt auf seinem Stuhl. Er versuchte nicht einmal zu fliehen. Er wusste, dass es zwecklos war.

Die beiden Männer packten Jakob an den Armen, ohne ein Wort zu verlieren. Er stieß einen leisen Schrei aus, als sie ihn vom Stuhl zerrten. Er rang nach Luft, seine Augen trafen meine. In diesem Augenblick sah ich nicht den Betrüger, sondern einen verlorenen, verängstigten Menschen.

„Luisa…“, flüsterte er, bevor einer der Männer ihm den Mund zuhielt.

Sie zerrten ihn aus dem Büro, ohne jede Rücksicht. Er wehrte sich kaum. Es war, als wäre alle Kraft aus ihm gewichen.

Ich saß da, gelähmt, und beobachtete, wie er verschwand. Die Tür schlug ins Schloss. Die Stille, die zurückblieb, war ohrenbetäubend.

Ich konnte seinen verzweifelten Blick nicht vergessen. Den letzten Ton seiner Stimme. Es war ein Abschied, der keiner sein sollte, brutal und endgültig.

Minuten später, die Zeit dehnte sich ins Unendliche, klopfte es leise an die Tür. Herr Dr. Krumm trat ein, sein Gesicht war ernst.

„Frau Meyer? Ist alles in Ordnung? Ich habe Stimmen gehört… und dann…“

Er sah meinen geschockten Ausdruck, dann den leeren Stuhl. Er verstand sofort.

„Herr Weber wurde mitgenommen“, sagte ich, meine Stimme war heiser. „Von Herrn Lorenz.“

Dr. Krumm nickte langsam. „Ich hatte es befürchtet. Die Kreise, in denen Herr Lorenz verkehrt, sind nicht zimperlich. Jakob Webers Schicksal… es ist ungewiss.“

„Wird er… wird er wieder auftauchen?“, fragte ich.

Dr. Krumm schüttelte den Kopf. „In der Regel nicht, wenn Herr Lorenz seine Angelegenheiten ‚regelt‘. Er wird für immer verschwunden bleiben. Eine Schuld, die auf diese Weise beglichen wird, ist endgültig.“

Mir wurde schlecht. Jakob war weg. Für immer.

„Die Stiftung… meine Ernennung…“, stammelte ich.

„Ist nun vollständig und unwiderruflich“, sagte Dr. Krumm, seine Stimme war nun wieder geschäftsmäßiger, fast mechanisch. „Die Klausel wurde nicht verletzt. Sie haben sich als unabhängige Begünstigte erwiesen. Die Stiftungsgelder gehören Ihnen, Frau Meyer.“

Ein Vermögen. Freiheit. Unabhängigkeit. Aber zu welchem Preis?

„Allerdings“, fuhr Dr. Krumm fort, „wird dies nicht ohne Folgen bleiben. Katja Bauer ist eine sehr gründliche Journalistin. Ihre Recherche über Jakobs Familie und die Verstrickungen mit Herrn Lorenz wird bald öffentlich werden.“

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