Chapter 7: Richters Rache

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Heimleiter wollte Waisenjungen wegen einer "Halluzination" einweisen — Betreuerin entdeckte in seinen Zeichnungen das Geheimnis eines Vermissten

Chapter 1: Die Zeichnung, die niemals endete

Chapter 2: Richters Urteil

Chapter 3: Omars Entschlossenheit

Chapter 4: Die Versiegelung

Chapter 5: Karims Erinnerung

Chapter 6: Frau Schmidts Beobachtung

Chapter 7: Richters Rache

Chapter 8: Die Stille Konfrontation

Chapter 9: Das Verschwinden

Chapter 10: Die stille Trauer

Chapter 11: Eine lange Zeit später

Der Versuch, Omar zu erreichen, scheiterte. Sein Handy war ausgeschaltet, und auf meine Textnachrichten gab es keine Antwort.

Ich spürte eine wachsende Panik, als ich die neuen Informationen nicht weitergeben konnte. Genau in diesem Moment kam der Anruf, den ich befürchtet hatte.

“Frau Özdemir, bitte kommen Sie umgehend in mein Büro”, sagte Richters Sekretärin, ihre Stimme war kalt und formell.

“Herr Richter erwartet Sie.”

Ich wusste, was das bedeutete. Ich hatte die Konfrontation heraufbeschworen.

Mit klopfendem Herzen machte ich mich auf den Weg. Richters Büro war so makellos und ordentlich wie immer, doch heute roch es nach Angst.

Richter saß hinter seinem großen Schreibtisch, eine Aktenmappe vor sich. Seine Augen bohrten sich in meine, als ich eintrat.

“Nehmen Sie Platz, Frau Özdemir”, sagte er, seine Stimme war kühl und distanziert.

Ich setzte mich auf den Stuhl ihm gegenüber, meine Hände lagen fest in meinem Schoß.

“Es ist mir zu Ohren gekommen”, fuhr er fort, seine Lippen formten sich zu einem schmalen Strich, “dass Sie Ihre Autorität überschreiten.”

Er schob die Aktenmappe auf dem Schreibtisch zu mir hinüber. Ich sah meinen Namen auf dem Einband.

“Unautorisierte Nachforschungen anzustellen und die Heimordnung zu untergraben, ist ein schwerwiegender Verstoß gegen Ihre Dienstpflichten.”

Ich sah in die Mappe. Darin waren Fotos von mir, wie ich mit Marek sprach, wie ich Karims Zeichnungen studierte. Und gefälschte Berichte über angebliche Dienstpflichtverletzungen.

Er hatte mich bespitzeln lassen. Die Erkenntnis war ein kalter Schock.

“Das sind Fälschungen!”, sagte ich, meine Stimme war dünn.

Richter lachte kurz auf, ein trockener, hohler Klang.

“Diese ‘Fälschungen’, wie Sie es nennen, sind ausreichend, um Ihre sofortige Kündigung zu rechtfertigen.”

Er lehnte sich zurück, ein triumphierendes Grinsen auf seinem Gesicht.

“Dies ist eine letzte Warnung, Frau Özdemir. Sie sollten Ihre Grenzen kennen.”

Ich sah nicht nur Wut in seinen Augen, sondern auch pure Panik. Er hatte Angst. Große Angst.

“Sie können mich nicht kündigen, nur weil ich mich um ein Kind sorge!”, rief ich, meine Stimme war lauter geworden.

Richters Grinsen verschwand. Seine Augen verengten sich gefährlich.

“Doch, das kann ich”, sagte er leise, aber mit Nachdruck.

“Und ich werde es tun, wenn Sie Ihre Nase noch einmal in Angelegenheiten stecken, die Sie nichts angehen. Oder wenn Sie versuchen, diese ‘Fälschungen’ anzufechten.”

Die Tragödie war, dass er die Macht dazu hatte. Er könnte mein Leben ruinieren, nur um ein abscheuliches Verbrechen zu vertuschen.

Das war die persönliche Grausamkeit. Er spielte mit meinem Lebensunterhalt, meiner Existenz, nur um sein schmutziges Geheimnis zu bewahren.

Ich spürte, wie meine Hände zu Fäusten ballten. Die Wut kochte in mir, heißer als jede Angst.

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