Die Haushälterin, deren Tochter auf dem Gesicht des Mafiabosses malte und so sein gesamtes Imperium entlarvte.
Der Triumph, Brandts Hauptbuch fotografiert zu haben, währte nur kurz. Als Klara das Erdgeschoss erreichte, hörte sie das vertraute Geräusch der quietschenden Einfahrtstore, die sich öffneten. Brandts Limousine bog um die Ecke. Er war zurück.
Klara erstarrte. Eine eisige Welle der Angst überrollte sie. Sie hatte kaum Zeit, ihre Fassade wieder aufzusetzen. Ihr Gesicht war bleich, ihre Hände zitterten leicht.
Brandt betrat die Villa, seine Augen huschten über den Eingangsbereich. Sie trafen Klaras Blick. Für einen Moment war da nichts als eine undurchdringliche Leere in seinen Augen. Dann, ein Zucken. Seine Augen fixierten sie, als würde er versuchen, in ihre Seele zu blicken.
Ohne ein Wort zu sagen, ging Brandt direkt zu seinem Arbeitszimmer. Klara hörte das Geräusch seiner Schritte auf dem Teppich, dann ein leises Klicken. Die Tür zum Arbeitszimmer schloss sich.
Klara atmete erleichtert auf, doch die Erleichterung wandelte sich schnell in eine neue Panik. Brandt würde den Safe bemerken. Er würde wissen, dass jemand eingedrungen war.
Sie wartete angespannt, ihre Muskeln waren angespannt. Dann, nach wenigen Minuten, riss die Tür zum Arbeitszimmer wieder auf. Brandt stand im Türrahmen, sein Gesicht war zu einer grimmigen Maske verzerrt. Seine Augen waren dunkel, voll von einer kalten Wut, die Klara noch nie zuvor bei ihm gesehen hatte. Die Maske des scheinbar harmlosen Exzentrikers war gefallen.
Er stürmte auf Klara zu, die im Flur stand. “Wo ist es?”, zischte er, seine Stimme war tief und bedrohlich. “Wo ist mein Buch?”
Klara versuchte, ihre Angst zu verbergen. “Wovon sprechen Sie, Herr Brandt?”, sagte sie, ihre Stimme war dünn und unsicher.
“Lügen Sie mich nicht an!”, brüllte Brandt, seine Stimme hallte durch die Villa. Er war außer sich. Er hatte den leeren Safe bemerkt. Er wusste, dass jemand darin gewesen war. Und er wusste, dass sie es war.
Er griff nach ihrer Hand, seine Finger waren wie Schraubstöcke. “Geben Sie mir das Handy!”, befahl er. Er wusste, dass sie Fotos gemacht hatte. Er wusste, dass sie die Beweise hatte.
Klara zuckte zurück. Im letzten Moment gelang es ihr, ihr Handy, das sie noch immer in ihrer Hosentasche hatte, hinter sich zu werfen. Es prallte gegen die Wand und fiel auf den Teppich.
Brandt sah das Handy, seine Augen blitzten vor Wut. Doch bevor er es erreichen konnte, trat er einen Schritt näher an Klara heran, sein Gesicht nur wenige Zentimeter von ihrem entfernt. Der Geruch seines teuren Eau de Cologne mischte sich mit dem Geruch seiner Wut.
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