Die Haushälterin, deren Tochter auf dem Gesicht des Mafiabosses malte und so sein gesamtes Imperium entlarvte.
Klara rang mit sich, ihre Hand zitterte noch immer über dem Display des Handys. Das endlose Klingeln zehrte an ihren Nerven, jeder Ton eine kleine Tortur. Der Name “Unbekannte Nummer” flimmerte auf dem Bildschirm und schien sie zu verspotten. Nach einem Moment der quälenden Unsicherheit traf sie eine Entscheidung. Sie würde abnehmen.
Sie wischte über das Display, und eine gepresste, leise Stimme meldete sich am anderen Ende. Es war eine Frauenstimme, verzerrt und schwer zu identifizieren, fast ein Flüstern.
“Klara?”, fragte die Stimme, nur ihren Namen nennend, aber mit einer Dringlichkeit, die Klara sofort erkannte.
“Wer ist das?”, fragte Klara, ihre Stimme war kaum lauter als ein Hauchen. Sie schielte zur Zimmertür, als würde sie erwarten, dass Brandt plötzlich hereinstürmte.
“Sie kennen mich nicht wirklich”, flüsterte die Stimme. “Aber ich kenne Sie. Und ich kenne Brandt.”
Klara spürte, wie ihr Herz einen Schlag aussetzte. Die Erkenntnis traf sie mit voller Wucht. Es musste Dr. Ingrid Bauer sein. Sie war die Einzige in Brandts engstem Kreis, die von ihrer Existenz wusste und die sich potenziell gegen ihn wenden konnte.
“Was wollen Sie?”, fragte Klara, ihre Stimme war scharf vor Misstrauen. Ingrid hatte sie immer mit einer kalten Distanz behandelt, nie ein freundliches Wort gewechselt. War dies eine weitere Täuschung Brandts, um ihre Reaktion zu testen?
“Ich kann Ihnen nicht viel sagen. Es ist nicht sicher”, flüsterte Ingrid, ihre Stimme klang gehetzt. “Aber hören Sie mir zu: Brandt hat versteckte Zahlen. Die wahre Geschichte. In einem Safe.”
Klara riss die Augen auf. “Ein Safe? Wo?”
“Ein abgelegenes Büro”, kam die Antwort, ihre Stimme fast schon panisch. “Im Keller. Dort, wo er seine alten Archivalien lagert. Der Safe erzählt die wahre Geschichte. Finden Sie ihn.”
“Warum tun Sie das?”, fragte Klara. Die plötzliche Hilfsbereitschaft von Ingrid war so unerwartet, so verdächtig.
“Weil ich es nicht länger ertragen kann”, flüsterte Ingrid, ein Hauch von Verzweiflung in ihrer Stimme. “Seien Sie vorsichtig, Klara. Er ist gefährlich. Und er weiß, dass Sie etwas wissen.”
“Was wissen Sie noch?”, drängte Klara, aber Ingrid sprach weiter, als würde sie einen Text rezitieren, ihre Worte waren abgehackt und hastig.
“Der Code… es ist ein Datum. Sein Geburtstag… aber verkehrt herum. Das Jahr.”
Klara versuchte, sich das alles zu merken, die Details, die sie aufnehmen musste. “Was passiert mit Ihnen, wenn er das herausfindet?”
Doch Ingrid ignorierte die Frage. “Vertrauen Sie niemandem. Nicht einmal den Behörden, noch nicht. Sammeln Sie mehr. Dann wenden Sie sich an Richter. Sie ist prinzipientreu.”
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