Chapter 2: Der diskreditierte Notar

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Lena Richters Familie versuchte, sie nach dem Tod ihres Vaters zu betrügen — doch die Geheimdienstoffizierin hatte längst einen eigenen Plan

Chapter 1: Die Falle im Wohnzimmer

Chapter 2: Der diskreditierte Notar

Chapter 3: Die unsichtbaren Fäden

Chapter 4: Umschlag und Schatten

Chapter 5: Das Schachbrett Lenas

Chapter 6: Der Gefallen des Amtsgerichts

Chapter 7: Ein Gewissen regt sich

Chapter 8: Der anonyme Hinweis

Chapter 9: Die emotionale Schachfigur

Chapter 10: Der Groll der Mutter

Chapter 11: Vorbereitung auf den Showdown

Chapter 12: Der unbeabsichtigte Fund

Chapter 13: Die anonyme Zustellung

Chapter 14: Die verdeckte Untersuchung

Chapter 15: Jürgens letzte Panik

Chapter 16: Der Zusammenbruch im Gerichtssaal

Chapter 17: Die Scherben des Verrats

Chapter 18: Die leere Küche

Ich saß allein in der Stille meiner kleinen Mietwohnung in Berlin, die Unterlagen meines Vaters und die von Susanne und Jürgen bereitgestellten Papiere vor mir auf dem Esstisch ausgebreitet. Das Wohnzimmer meiner Kindheit, gefüllt mit der Erinnerung an den Verrat, schien noch immer in meinen Knochen zu stecken. Jeder Blick auf die gefälschte Unterschrift meines Vaters, die sie mir präsentiert hatten, war ein Stich.

Die Hypothekenurkunde, die mir Jürgen mit einem triumphierenden Grinsen in die Hand gedrückt hatte, lag ganz oben auf dem Stapel. Ein unaufmerksames Auge hätte sie vielleicht als legitim abgetan, aber ich hatte die Diskrepanzen sofort erkannt. Das fehlende offizielle Siegel, der falsch datierte Stempel – es waren keine Fehler, sondern bewusste Manipulationen.

Mein Blick fixierte den Namen des Notars: Herr Vogel. Ein gängiger Name, aber meine Geheimdienstausbildung hatte mich gelehrt, dass selbst die unscheinbarsten Details die größten Lügen enthüllen konnten. Ich schob die anderen Dokumente beiseite und klappte meinen Laptop auf.

Die ersten Suchanfragen waren routinemäßig: “Notar Vogel Berlin Hypothek”. Schnell spuckte die Datenbank des Berliner Notarverzeichnisses die relevanten Informationen aus. Herr Vogel, eingetragen, aber mit einem Vermerk versehen.

Mein Atem stockte, als ich den kleinen, unscheinbaren Absatz las. Herr Vogel war vor zwei Jahren disziplinarisch suspendiert worden. Nicht entlassen, nicht verurteilt, sondern von der Ausübung seines Amtes ausgeschlossen.

Er durfte keine offiziellen Beurkundungen mehr vornehmen. Ein bitterer Geschmack breitete sich in meinem Mund aus, als ich diese Information verarbeitete. Die Urkunde war damit null und nichtig, oder zumindest auf extrem wackligen Beinen.

Doch der Vermerk endete nicht dort. Herr Vogel, so stand es weiter, sei seit seiner Suspendierung als “Berater” für eine “Immobilienberatungsgesellschaft” tätig. Der Name der Gesellschaft klang generisch und unauffällig.

Ich klickte auf den Link zur Website der Kanzlei. Eine minimalistische Seite lud, zeigte Stockfotos von lächelnden Geschäftsleuten und leere Phrasen über “Immobilienlösungen”. Keine Adresse, keine konkreten Ansprechpartner, nur ein Postfach und eine generische E-Mail-Adresse.

Eine klassische Briefkastenfirma. Die Art, die man gründet, wenn man etwas zu verbergen hat. Meine Finger flogen über die Tastatur, und ich begann, tiefer zu graben.

Jürgens Name war der nächste Suchbegriff, kombiniert mit den Namen der Briefkastenfirma und des Notars. Es dauerte nur wenige Minuten, bis die ersten Treffer auftauchten. Alte Zeitungsartikel aus lokalen Zeitungen, die über Jürgens dubiose Immobiliengeschäfte vor einigen Jahren berichteten.

Es ging um illiquide Immobilien, die unter Wert verkauft wurden, um undurchsichtige Gesellschaftskonstruktionen und schnelle, aber fragwürdige Gewinne. In einem der Artikel wurde die Briefkastenfirma als Vermittler genannt, der Jürgens Geschäfte abwickelte. Die Verbindung war da, kalt und unbestreitbar.

Dieses Detail, das mich so hart traf, war nicht nur die Bestätigung einer Betrugsabsicht. Es war der Beweis, dass Jürgen schon lange vor dem Tod meines Vaters ein solches Netzwerk aufgebaut hatte. Mein Vater hatte ihn in sein Haus gelassen, hatte ihn als Ehemann seiner Mutter und Vater meines Halbbruders akzeptiert.

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