Chapter 4: Umschlag und Schatten

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Lena Richters Familie versuchte, sie nach dem Tod ihres Vaters zu betrügen — doch die Geheimdienstoffizierin hatte längst einen eigenen Plan

Chapter 1: Die Falle im Wohnzimmer

Chapter 2: Der diskreditierte Notar

Chapter 3: Die unsichtbaren Fäden

Chapter 4: Umschlag und Schatten

Chapter 5: Das Schachbrett Lenas

Chapter 6: Der Gefallen des Amtsgerichts

Chapter 7: Ein Gewissen regt sich

Chapter 8: Der anonyme Hinweis

Chapter 9: Die emotionale Schachfigur

Chapter 10: Der Groll der Mutter

Chapter 11: Vorbereitung auf den Showdown

Chapter 12: Der unbeabsichtigte Fund

Chapter 13: Die anonyme Zustellung

Chapter 14: Die verdeckte Untersuchung

Chapter 15: Jürgens letzte Panik

Chapter 16: Der Zusammenbruch im Gerichtssaal

Chapter 17: Die Scherben des Verrats

Chapter 18: Die leere Küche

Meine Wohnung in Berlin, die sonst nur als Schlafplatz diente, wurde zu meinem Kommandozentrum. Ich richtete ein rudimentäres Überwachungssystem ein. Es war nicht die hochmoderne Ausrüstung, die ich im Dienst verwendete, aber meine bescheidenen Mittel waren ausreichend, um diskret zu agieren.

Mein erstes Ziel war Frau Meiers Büro. Es befand sich in einem unscheinbaren Bürogebäude, umgeben von anderen Dienstleistern. Perfekt, um sich unter die Menge zu mischen und nicht aufzufallen.

Ich verbrachte die nächsten Tage damit, die Umgebung zu erkunden. Ich identifizierte alle Ein- und Ausgänge, die Kameras, die Gewohnheiten der umliegenden Geschäftsleute. Meine Tarnung war einfach: eine Studentin, die in der Gegend in einem Café saß und lernte.

An einem milden Dienstagmorgen, die ersten Sonnenstrahlen wärmten die Fassaden, postierte ich mich in einem kleinen Café gegenüber von Frau Meiers Büro. Eine heiße Tasse Kaffee in der Hand, ein aufgeschlagenes Buch vor mir. Mein Blick war jedoch auf das Gebäude gerichtet.

Nach zwei Stunden des Wartens und Beobachtens sah ich Jürgen Lindner aus dem Bürogebäude treten. Sein Gang war eilig, nervös. Er blickte sich um, als würde er sicherstellen, dass niemand ihn beobachtete.

Ich erstarrte. Das war der Beweis, den ich gesucht hatte. Jürgen und Frau Meier trafen sich persönlich, nicht nur über anonyme Kanäle. Das direkte Treffen bedeutete eine tiefere Verwicklung.

Jürgen hastete die Straße entlang, stieg in seinen Wagen und fuhr davon. Ich bemerkte, wie er während der Fahrt mehrmals in den Rückspiegel blickte. Er war nervös, wusste, dass er etwas Illegales tat.

Ich wartete noch eine halbe Stunde, bis Frau Meier das Gebäude verließ. Sie war eine unscheinbare Frau mittleren Alters, gekleidet in einen ordentlichen, aber unauffälligen Business-Anzug. Sie wirkte selbstbewusst, fast arrogant.

Sie bog in eine Seitenstraße ein, in der sich ein kleines, gemütliches Café befand. Ich ließ mein Buch auf dem Tisch liegen, bezahlte schnell und folgte ihr in gebührendem Abstand. Das Café war halb leer, nur wenige Gäste saßen an den Tischen.

Frau Meier setzte sich an einen Tisch in einer Ecke, bestellte einen Cappuccino. Zehn Minuten später öffnete sich die Tür erneut, und Jürgen Lindner trat ein. Er sah sich kurz um, sein Blick huschte über die Gesichter der Gäste, bevor er Frau Meier entdeckte.

Er setzte sich ihr gegenüber. Ihre Gesichter waren ernst, ihre Stimmen gedämpft. Ich konnte ihre Worte nicht verstehen, aber ihre Körpersprache sprach Bände.

Sie sprachen etwa fünfzehn Minuten. Dann legte Frau Meier einen unauffälligen braunen Umschlag auf den Tisch. Jürgen nahm ihn ohne Zögern an und ließ ihn schnell in seine Innentasche gleiten.

Ein Schock durchfuhr mich. Bargeld. Das war es, was ich gebraucht hatte. Der Moment, in dem die Korruption sichtbar wurde.

Es war keine beiläufige Übergabe. Es war eine zielgerichtete Transaktion. Die kalte Bestätigung meiner Verdachtsmomente.

Jürgen nickte, stand auf und verließ das Café. Sein Gang war jetzt weniger nervös, fast erleichtert. Frau Meier trank ihren Cappuccino aus, zahlte und ging ebenfalls.

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