Stieftochter fordert Mafia-Thron um Mitternacht – aber ihre Stiefmutter besitzt längst alles
Ich sah Nora an, ihre hochschwangere Silhouette scharf gegen das gedämpfte Licht des Flurs.
Ihr Mann Lukas stand dicht hinter ihr, die Hände in den Taschen vergraben, den Blick starr auf den Boden gerichtet.
Sie warteten, ich wusste es, auf eine weitere Konfrontation, einen weiteren verzweifelten Kampf um das, was sie für ihr Recht hielten.
Ich hingegen war längst über diesen Punkt hinaus.
„Nora“, begann ich, meine Stimme war ruhig, fast gelangweilt, „es gibt eine Lösung für dein kleines Problem.“
Ihre Augen blitzten auf.
Sie legte die Hand auf ihren Bauch, eine Schutzgeste, die in diesem Moment lächerlich wirkte.
„Was für ein Problem?“, fragte sie schneidend, ihre Stimme gellte leicht.
„Deine Schulden“, sagte ich direkt, ohne Umschweife.
„Die beim Syndikat. Die astronomischen Summen, die du und Lukas verzockt habt.“
Lukas zuckte zusammen, hob den Kopf und sah mich kurz an, bevor sein Blick wieder auf seine Schuhe fiel.
Nora stockte.
Ihre Lippen formten sich zu einem stummen Protest, doch kein Wort kam heraus.
„Ich habe gehört, dass die Lage kritisch ist“, fuhr ich fort.
„Die Zinsen laufen. Und Onkel Kreso ist nicht gerade für seine Geduld bekannt.“
Ein Schauder lief Nora über den Rücken, das war nicht zu übersehen.
Der Name des berüchtigtsten Kredithais des Hamburger Untergrunds hatte immer noch seine Wirkung.
„Wir haben eine Abfindung für dich vorbereitet“, sagte ich, meine Augen fixierten ihre.
„Ein One-Way-Ticket. Nach Südamerika. Und eine diskrete Operation, um eure Schulden zu tilgen.“
Nora sah mich an, als hätte ich ihr gerade den Verstand geraubt.
„Südamerika?“, wiederholte sie fassungslos.
„Was redest du da? Und meine Schulden? Das ist doch eure Aufgabe!“
Sie machte einen Schritt auf mich zu, ihre Stimme hob sich.
„Karl hat mir versprochen, dass ich hier bleiben kann! Dass das alles mir gehört! Du willst mich nur loswerden!“
„Das ist ein Angebot, Nora“, entgegnete ich kühl.
„Ein sehr großzügiges Angebot, wenn man bedenkt, in welcher Lage ihr steckt.“
„Im Gegenzug verlässt du Hamburg. Für immer.“
Ich sah in ihr Gesicht, das sich vor Wut und Empörung verzerrte.
Die Erkenntnis, dass dies kein Angebot zur Unterstützung war, sondern ein Ultimatum, schien sie erst jetzt zu treffen.
„Das ist ein Witz!“, schrie sie, ihre Stimme überschlug sich.
„Ich werde nirgendwo hingehen! Das ist mein Zuhause! Mein Erbe! Du bist diejenige, die hier nichts zu suchen hat!“
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