Chapter 8: Der leere Thron

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Stieftochter fordert Mafia-Thron um Mitternacht – aber ihre Stiefmutter besitzt längst alles

Chapter 1: Mitternachtlicher Anspruch

Chapter 2: Die kalte Abfindung

Chapter 3: Der Notar des Teufels

Chapter 4: Ungewollte Zeugin

Chapter 5: Die Rückkehr des Buchhalters

Chapter 6: Das Urteil des Schicksals

Chapter 7: Im Tigerkäfig

Chapter 8: Der leere Thron

Chapter 9: Ein bitterer Geburtstag

Die Stille nach dem Sturm war beinahe ohrenbetäubend.

Einige Tage später saß ich in Karls Zimmer, während die Abendsonne lange Schatten durch das Fenster warf.

Ich hatte mich dazu durchgerungen, ihm einen Teil der Wahrheit zu offenbaren.

Nicht alles, denn das hätte sein Herz gebrochen.

Aber genug, damit er verstand, warum Nora plötzlich „auf eine lange Reise gegangen war“.

Karl hatte zugehört, seine Augen waren leer und starr.

Er hatte nur genickt, die Worte schienen an ihm abzuprallen.

Sein Blick war weit entfernt, in einer Vergangenheit, die nur er noch sah.

„Nora ist… weg?“, hatte er nur gemurmelt, seine Stimme war kaum hörbar.

„Ja, Karl. Sie ist weg.“

Er hatte nicht nachgefragt, wohin, oder warum.

Es schien, als hätte seine ohnehin schon brüchige Realität diese neue Information einfach nicht verarbeiten können.

Danach zog er sich völlig zurück.

Er sprach kaum noch, verbrachte die Tage in einem Dämmerzustand zwischen Schlaf und wachen Momenten, in denen er mich nicht immer erkannte.

Ich las die Zeitung am nächsten Morgen.

Lena Schillings Artikel war auf der Titelseite des Regionalteils.

„Dubiose Immobiliengeschäfte und ein Notar im Zwielicht: Neue Spuren in Hamburgs Unterwelt.“

Sie hatte Dr. Keller gründlich entlarvt, seine gefälschten Dokumente und seine Verbindungen zu dubiosen Scheinfirmen.

Auch Noras Name tauchte auf, als „eine junge Frau, die in die Machenschaften des Notars verwickelt schien“.

Die wahren Hintermänner des Syndikats erwähnte Lena nur am Rande, als „ein Netzwerk undurchsichtiger Verbindungen, das tiefer reicht, als zunächst angenommen“.

Sie war nah dran gewesen, sehr nah.

Aber nicht nah genug.

Ich legte die Zeitung beiseite.

Lena hatte ihre Arbeit getan, und sie hatte, ohne es zu wissen, meine Position gestärkt.

Sie hatte die Ablenkung geliefert, die nötig war, um die wahre Machtstruktur im Verborgenen zu halten.

Nora war umgehend in einen der abgelegenen Betriebe des Syndikats gebracht worden.

Ein Callcenter, das als Fassade für illegale Wettgeschäfte diente, tief im Hamburger Hafen versteckt.

Dort würde sie ihre „Arbeit“ aufnehmen.

Unter ständiger Beobachtung.

Ohne Ausweg.

Ohne Lukas.

Lukas Voss wurde ohne Kaution festgehalten.

Seine Schulden und die neuen Betrugsermittlungen hielten ihn fest.

Er würde nicht so schnell wieder herauskommen.

Und wenn doch, würde er keinen Einfluss mehr haben.

Ich saß allein in Karls einst so belebtem Büro.

Die Luft war kühl und still.

Der Schreibtisch war aufgeräumt, die Papiere von Nora und Dr. Keller waren verschwunden.

Der Kampf war gewonnen.

Das Syndikat war sicher.

Meine Kontrolle war unangefochten.

Doch eine seltsame Leere breitete sich in mir aus.

Die Adrenalinwellen waren abgeebbt, und was blieb, war ein dumpfes Gefühl der Isolation.

Ich hatte alles erreicht, was ich wollte.

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