Chapter 7: Im Tigerkäfig

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Stieftochter fordert Mafia-Thron um Mitternacht – aber ihre Stiefmutter besitzt längst alles

Chapter 1: Mitternachtlicher Anspruch

Chapter 2: Die kalte Abfindung

Chapter 3: Der Notar des Teufels

Chapter 4: Ungewollte Zeugin

Chapter 5: Die Rückkehr des Buchhalters

Chapter 6: Das Urteil des Schicksals

Chapter 7: Im Tigerkäfig

Chapter 8: Der leere Thron

Chapter 9: Ein bitterer Geburtstag

Das Arbeitszimmer von Karl Brandt, einst ein Ort der Macht und der stillen Entscheidungen, lag im Halbdunkel.

Nur eine einzelne Stehlampe warf einen Kreis aus warmem Licht auf den massiven Schreibtisch, als ich Nora hineinrief.

Die Luft war schwer, gesättigt von der Geschichte dieses Raumes und der angespannten Erwartung.

Nora betrat das Zimmer, ihr Blick war eine Mischung aus Trotz und einer kaum verhohlenen Angst.

Sie trug eine übergroße Handtasche, die sie auffällig festhielt.

Ich wusste, was darin war.

Ein Aufnahmegerät.

Sie wollte mich überführen.

„Setz dich, Nora“, sagte ich ruhig, gestikulierte auf den Stuhl vor dem Schreibtisch.

Mein Tonfall ließ keinen Widerspruch zu.

Sie setzte sich steif hin, ihre Augen fixierten mich.

Ich blieb stehen, lehnte mich an den Schreibtisch.

„Ich denke, es ist an der Zeit, die Dinge zu klären“, fuhr ich fort.

„Die Spielchen sind vorbei.“

Nora lachte hämisch, ein rauer, unpassender Klang in der Stille des Raumes.

„Die Spielchen sind vorbei? Das stimmt, Alida. Du hast verloren.“

Ihre Augen funkelten triumphierend.

„Du denkst, du kannst mich abspeisen, mich wegschicken, mir alles nehmen?“

„Ich habe deine ‚gestohlenen‘ Beweise längst weitergegeben.“

Sie legte die Hand auf ihre Handtasche.

„Die gefälschten Dokumente von Dr. Keller, die Karls Unterschrift zeigen, die Beweise, dass du versucht hast, mich zu übergehen.“

„Ich habe sie an ‚neutrale Dritte‘ innerhalb der Hamburger Unterwelt geschickt.“

Sie lehnte sich triumphierend zurück.

„Sie werden dich als Usurpatorin entlarven. Sie werden sehen, dass du Karls Erbe stehlen willst.“

„Dein Spiel ist aus, Alida. Ich habe gewonnen.“

Ein kaltes Lächeln breitete sich auf meinen Lippen aus.

Es war nicht aus Freude, sondern aus der Gewissheit, dass ihr letzter Zug nun auch ihr Untergang sein würde.

„Oh, Nora“, sagte ich leise, meine Stimme war kaum mehr als ein Flüstern, aber jedes Wort hallte im Raum wider.

„Du bist so vorhersehbar.“

Nora runzelte die Stirn.

Ihr Triumph verblasste.

„Du meinst, du hättest das alles vorhergesehen? Das ist lächerlich!“

„Du hättest die von dir entwendeten ‚Familienbücher‘ niemals als ‚alte Rezeptbücher‘ abtun sollen“, sagte ich.

„Besonders nicht, als du sie Karls Schreibtisch entnommen hast.“

Ihr Gesicht wurde blass.

Sie erinnerte sich an den Diebstahl.

„Ich habe bereits vor Wochen eine manipulierte Version dieser sogenannten ‚Familienbücher‘ an genau jene ‚neutralen Dritten‘ geschickt.“

Ich machte eine Pause, um die Wirkung meiner Worte zu maximieren.

„Zusammen mit von Dr. Kellers gefälschten Papieren.“

Noras Augen weiteten sich vor Schock.

„Diese Falschinformationen stellen dich nicht als Karls rechtmäßige Erbin dar.“

„Sie stellen dich als Verräterin dar. Eine, die Karls Erbe stehlen wollte, um es an ein rivalisierendes Syndikat zu verkaufen.“

Ihr Atem ging schneller.

Sie versuchte, ein Wort herauszubringen, aber ihre Kehle schien wie zugeschnürt.

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