Chapter 6: Das Urteil des Schicksals

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Stieftochter fordert Mafia-Thron um Mitternacht – aber ihre Stiefmutter besitzt längst alles

Chapter 1: Mitternachtlicher Anspruch

Chapter 2: Die kalte Abfindung

Chapter 3: Der Notar des Teufels

Chapter 4: Ungewollte Zeugin

Chapter 5: Die Rückkehr des Buchhalters

Chapter 6: Das Urteil des Schicksals

Chapter 7: Im Tigerkäfig

Chapter 8: Der leere Thron

Chapter 9: Ein bitterer Geburtstag

Die Wochen vergingen, und die Luft um Nora wurde dünner.

Die Instabilität, die sie mit ihrer Gier und ihrem Anspruchdenken verursacht hatte, begann sich nun gegen sie selbst zu wenden.

Es war nicht meine direkte Intervention, die diese Lawine lostrat.

Es war das System des Syndikats selbst, das ich so viele Jahre im Gleichgewicht gehalten hatte.

Ein System, das nun, durch Noras Aktionen gestört, begann, sich selbst zu korrigieren.

Und diese Korrektur war gnadenlos.

Der erste Schlag traf Noras neuen Anwalt, Herrn Dr. Schmidt, den sie nach Kellers Abgang engagiert hatte.

Eines Montagmorgens wurde seine Kanzlei von einer Spezialeinheit der Polizei durchsucht.

Der offizielle Vorwurf: ein angeblicher Drogendeal.

„Fehlinformationen“, hieß es in den Nachrichten, „eine Verwechslung der Adressen.“

Doch meine Kontakte flüsterten anderes.

Eine anonyme Meldung, sorgfältig platziert, hatte die Behörden auf die Spur einer Scheinfirma gebracht, die zufällig dieselbe Adresse wie Dr. Schmidts Kanzlei hatte.

Als die Beamten stürmten, fanden sie zwar keine Drogen, aber eine chaotische Kanzlei vor.

Ein Großteil von Schmidts Unterlagen, darunter auch alle Papiere zu Noras Fall, wurde “irrtümlich” beschlagnahmt.

Es dauerte Tage, bis sie zurückgegeben wurden, wenn überhaupt.

Nora war außer sich vor Wut.

Ich hörte von ihren panischen Anrufen, ihren verzweifelten Versuchen, die Situation zu retten.

Aber der Schaden war angerichtet.

Die Verhandlungstermine waren geplatzt, ihre rechtliche Verteidigung lag in Trümmern.

Ich saß in meinem Arbeitszimmer und las die Schlagzeilen.

Ein leises, bitteres Lächeln spielte um meine Lippen.

Das war das System.

Die Unsichtbaren Hände, die im Hintergrund agierten, um die Balance zu wahren.

Nora hatte eine Unordnung geschaffen, die nun von den Mechanismen des Syndikats bereinigt wurde.

Und der zweite Schlag folgte wenige Tage später.

Lukas Voss, Noras Ehemann, wurde auf offener Straße verhaftet.

Der Vorwurf: Betrug und Veruntreuung.

Es ging um eine längst verjährte Schuld aus einem dubiosen Immobiliengeschäft vor Jahren, das Lukas mit Dr. Keller eingefädelt hatte.

Eine Schuld, die plötzlich wieder aufgetaucht war.

„Ein mutiger Bürger hat sich gemeldet“, berichteten die Zeitungen.

„Nachdem er seine Schuld jahrelang verdrängt hatte, wollte er endlich reinen Tisch machen.“

Ich wusste es besser.

Jemand hatte den „mutigen Bürger“ daran erinnert, was Lukas ihm schuldete.

Jemand hatte dafür gesorgt, dass die Akten aus der Versenkung geholt wurden.

Jemand hatte dafür gesorgt, dass Lukas nicht länger eine Stütze für Nora sein konnte.

Nora geriet in eine regelrechte Panik.

Ihre Ressourcen schwanden dahin.

Ihre Unterstützer waren entweder inhaftiert oder eingeschüchtert.

Ihre Telefonate wurden hysterischer, ihre Beschwerden lauter.

Sie flehte, sie drohte.

Aber niemand hörte mehr auf sie.

Iiner der alten Männer, der Karl treu gewesen war und den ich schon lange heimlich führte, berichtete mir von Noras Zusammenbruch.

„Sie ist verloren, Alida“, sagte er mit rauer Stimme.

„Sie weiß nicht mehr, wohin sie sich wenden soll.“

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