Stadträtin Helga Schmidt wurde von ihrer Tochter und dem Schwiegersohn um €178.000 betrogen – eine alte Erbklausel offenbarte ihre wahre Bosheit.
Anja Becker hatte sich akribisch durch die von Katrin Steiner bereitgestellten Dokumente gearbeitet.
Sie verbrachte Stunden damit, die Bankauszüge, E-Mails und Chatprotokolle zu analysieren, jedes Detail zu prüfen.
Ich wartete ungeduldig auf ihren Anruf, während die öffentliche Schmierkampagne gegen mich immer aggressiver wurde.
Am späten Abend klingelte mein Telefon.
Es war Anja, ihre Stimme war dieses Mal nicht nur ernst, sondern auch von einer alarmierenden Dringlichkeit erfüllt.
“Helga, ich habe etwas gefunden, das alles verändert”, sagte sie.
“Sie müssen sofort in die Kanzlei kommen.”
Meine Nerven waren zum Zerreißen gespannt.
Ich spürte, dass es etwas Gravierendes war.
Als ich in ihrem Büro ankam, saß Anja vor ihrem Laptop, ihr Gesicht war blass.
Sie schob mir ein Dokument über den Schreibtisch.
Es war ein Absichtsschreiben für ein Investitionsprojekt, datiert auf vor zwei Jahren.
Ich las die Überschrift: “Projekt ‘Grüne Zukunft’ – Vorläufige Absichtserklärung.”
Ein Name stach mir sofort ins Auge.
“Julian Voss”, murmelte ich.
“Was hat das mit ihm zu tun?”
Anja zeigte auf eine Summe auf dem Dokument.
“Die €96.000 ‘nicht deklarierte Schuld’, von der Julian Lena als Druckmittel erzählte”, erklärte sie.
“Das ist der Fehlbetrag aus diesem gescheiterten Projekt.”
Julian hatte Lena weisgemacht, dass dies eine alte Schuld sei, die dringend beglichen werden müsse.
Doch es war nur ein Vorwand gewesen, um sie weiter in seine Machenschaften zu ziehen.
Aber dann sah ich es.
Unten auf dem Dokument, direkt unter Julians Signatur, befand sich eine zweite Unterschrift.
Mein eigener Name.
“Das ist meine Unterschrift”, sagte ich verwirrt.
“Aber ich kann mich an kein ‘Projekt Grüne Zukunft’ erinnern, geschweige denn an eine Unterschrift dafür.”
Anja schüttelte langsam den Kopf.
“Das ist, weil es nicht Ihre ist, Helga”, sagte sie leise.
“Es ist eine Fälschung.”
Mein Herz sank in meine Brust.
Eine Fälschung.
Meine eigene Unterschrift.
Auf einem Dokument, das mich mit einem von Julians gescheiterten Projekten in Verbindung brachte.
Die persönliche Kränkung war immens.
Nicht nur, dass er mich betrogen hatte, er hatte auch versucht, meine Identität zu stehlen, mein Vertrauen zu missbrauchen.
Anja legte ein forensisches Gutachten neben das Dokument.
“Die Analyse zeigt eindeutig, dass diese Unterschrift nicht von Ihnen stammt”, erklärte Anja.
“Die Druckpunkte, die Neigung der Buchstaben, die charakteristischen Merkmale – alles weicht von Ihrer tatsächlichen Unterschrift ab.”
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