Stadträtin Helga Schmidt wurde von ihrer Tochter und dem Schwiegersohn um €178.000 betrogen – eine alte Erbklausel offenbarte ihre wahre Bosheit.
Ich traf Katrin Steiner am nächsten Nachmittag in einem kleinen, unscheinbaren Café am Rande der Stadt.
Es war ein Ort, den niemand von meinen Kollegen oder politischen Bekannten aufsuchen würde.
Als ich das Café betrat, sah ich sie an einem abgelegenen Tisch sitzen, ihren Blick fest auf die Tür gerichtet.
Sie war jünger, als ich erwartet hatte, und wirkte sichtlich angespannt, ihre Hände umklammerten eine Tasse Tee.
Ich setzte mich ihr gegenüber, mein Herz klopfte.
“Frau Steiner?”, fragte ich leise.
Sie nickte, ihre Augen waren wachsam und ein wenig ängstlich.
“Frau Schmidt”, erwiderte sie, ihre Stimme war kaum hörbar.
Wir bestellten schnell und schwiegen dann einen Moment, die Atmosphäre war dicht von ungesagten Worten.
Katrin zögerte, spielte nervös mit dem Teelöffel.
“Es ist schwer, das alles noch einmal aufzurollen”, begann sie schließlich.
“Aber ich schulde es Ihnen. Und irgendwie auch mir selbst.”
Sie schob eine kleine, unauffällige USB-Stick über den Tisch zu mir.
“Hier ist alles drauf”, sagte sie.
“Chatprotokolle, Bankauszüge, Korrespondenz mit den Briefkastenfirmen, die er damals benutzt hat.”
Ich nahm den Stick entgegen, meine Finger strichen über das kühle Plastik.
Es war kein spektakulärer Moment, kein dramatisches Geständnis.
Es war die stille Übergabe von belastenden Fakten, die das Leben vieler Menschen zerstört hatten.
“Das ist der Beweis, dass Julian ein Muster hat”, erklärte Katrin, ihre Stimme wurde jetzt fester, von einer aufkeimenden Entschlossenheit getragen.
“Er sucht sich wohlhabende Familien, charmante Töchter, und dann wickelt er sie um den Finger, um an ihr Geld zu kommen.”
Sie sah mich eindringlich an.
“Er ist ein Meister der Manipulation, Frau Schmidt”, warnte sie.
“Er weiß genau, wie er Schwachstellen ausnutzen kann. Er hat es bei meiner Familie so gemacht.”
Katrin erzählte mir von den Details ihres eigenen Betrugs.
Wie Julian ihre Eltern überredet hatte, in ein vermeintlich vielversprechendes Start-up zu investieren.
Wie er ihre Bürgschaft für einen Kredit gefälscht hatte, der dann nie zurückgezahlt wurde.
Wie er sich dann plötzlich aus dem Staub gemacht hatte, als die Blase platzte, und sie mit den Schulden allein ließ.
“Er inszenierte alles so perfekt, dass man ihm einfach vertrauen musste”, sagte Katrin, ihre Augen füllten sich mit Tränen.
“Er schickte mir Blumen, schrieb liebevolle Nachrichten, während er im Hintergrund alles manipulierte.”
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