Ihre schwangere Frau entdeckte, dass ihr Mann sein gesamtes €25.000-Einkommen an seine Kultführer-Mutter schickte – doch sie besaß das Penthouse, das sie "Gemeinschaftszentrum" nannten.
Ich atmete tief ein, meine Augen ruhten fest auf Helga und Jonas. Ihre arroganten Mienen waren wie eine rote Flagge.
“Es geht um die ‘Gemeinschaft des Erwachens'”, begann ich, meine Stimme war ruhig.
“Und um eure Machenschaften.”
Helga lachte höhnisch.
“Was für Machenschaften, Kindchen? Sprich doch Klartext.”
“Klartext?”, sagte ich.
“Gerne.”
Ich schob den medizinischen Bericht über den Tisch. Er landete direkt vor Helgas Füßen.
“Hier ist der medizinische Bericht von Ihnen, Helga. Ausgestellt von einer renommierten Klinik in Heidelberg.”
Helga nahm den Bericht in die Hand, ihr Lächeln erstarrte. Ihre Augen überflogen das Deckblatt.
“Das ist eine Fälschung!”, zischte sie, ihr Gesicht wurde rot.
“Eine abscheuliche Lüge, die du verbreitest!”
“Ist es das?”, fragte ich ruhig.
“Dieser Bericht bescheinigt Ihnen ausgezeichnete Gesundheit. Er zeigt keinerlei Anzeichen der ‘seltenen, zehrenden Krankheit’, die Sie seit Jahren als Vorwand benutzen.”
Jonas sprang auf.
“Du verleumdest meine Mutter, Lena! Das ist eine Beleidigung der Göttlichen Mutter!”
“Setz dich, Jonas”, sagte ich, meine Stimme war überraschend scharf.
“Das hier ist noch nicht vorbei.”
Er zögerte, blickte Helga an, die ihm mit einem Blick befahl, sich wieder zu setzen. Jonas sank widerwillig auf das Sofa zurück.
Ich fuhr fort, meine Stimme wurde lauter.
“Sie haben diese Krankheit erfunden, Helga. Um die Gläubigen dazu zu bringen, Ihnen Spendengelder für ‘spirituelle Heilbehandlungen’ und ‘Rückzugsorte’ zu geben. Geld, das Sie für Ihren eigenen luxuriösen Lebensstil und für Ihren Bruder Markus abgezweigt haben.”
Helga schnaubte.
“Was für ein Unsinn! Markus hat unsere Gemeinschaft immer unterstützt!”
Ich schob das zerrissene Hauptbuch über den Tisch. Die zusammengefügten Seiten zeigten die Zahlen schwarz auf weiß.
“Dieses Hauptbuch beweist, dass massive ‘Spenden’ an Markus’ Scheinfirma gingen”, sagte ich.
“Für ein ‘Schwarzwald-Refugium’, das es nie gegeben hat. Eine Lüge, um Geld zu waschen.”
Jonas sah auf die Seiten, sein Gesicht war eine Mischung aus Wut und leichter Verunsicherung. Die Zahlen waren schwer zu leugnen.
Doch seine Loyalität zu Helga war stärker.
“Das sind interne Angelegenheiten der Gemeinschaft!”, bellte er.
“Du hast kein Recht, das zu sehen oder zu beurteilen!”
“Ich habe sehr wohl das Recht”, erwiderte ich, meine Stimme war eisig.
“Denn eure Machenschaften werden von den Opfern finanziert. Und Jonas, dein gesamtes monatliches Einkommen von 25.000 Euro diente als eine der Hauptfinanzierungsquellen für diese Betrügereien.”
Ich schob seine Kontoauszüge zu ihm. Die Zeilen mit den Überweisungen auf Helgas Konto waren deutlich markiert.
Jonas blickte auf die Auszüge, seine Augen brannten vor Wut. Er hatte seine Spenden immer als Ausdruck seiner Hingabe gesehen.
Doch jetzt waren sie ein Beweis für seinen Anteil an dem Betrug. Eine schmerzhafte persönliche Grausamkeit, dass er als gläubiger Spender selbst zum Werkzeug wurde.
“Das ist alles nur Neid und Eifersucht!”, rief Helga, ihre Stimme war schrill.
“Du bist ein Dämon, der versucht, unsere heilige Gemeinschaft zu zerstören!”
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