Ihre schwangere Frau entdeckte, dass ihr Mann sein gesamtes €25.000-Einkommen an seine Kultführer-Mutter schickte – doch sie besaß das Penthouse, das sie "Gemeinschaftszentrum" nannten.
Nach dem Besuch von Onkel Klaus fühlte ich mich noch einsamer und verwirrter als zuvor. Ich musste mit jemandem sprechen, der nicht von Helgas Einfluss vergiftet war.
Meine Gedanken gingen sofort zu Clara, meiner besten Freundin seit der Schulzeit. Sie war immer ehrlich und hatte ein gutes Herz.
Ich wählte ihre Nummer, meine Finger zitterten leicht. Clara war sofort besorgt, als sie meine belegte Stimme hörte.
“Lena, was ist los?”, fragte sie, ihre Stimme klang alarmiert.
Ich versuchte, ruhig zu bleiben, während ich ihr von Jonas’ Überweisungen, Helgas Notiz und dem Druck von Onkel Klaus erzählte. Ich sprach von der „Gemeinschaft des Erwachens“ und wie sie mich manipulieren wollten.
Clara schwieg eine lange Minute. Ich hörte nur ihr leises Atmen am anderen Ende der Leitung.
“Lena, das… das klingt ja schrecklich”, sagte sie schließlich, ihre Stimme war zögernd.
“Aber bist du dir sicher? Helga und Jonas sind doch immer so nett, so… spirituell.”
Meine Hoffnung, sofortige Unterstützung zu finden, zerschlug sich. Claras Worte waren wie ein Schlag ins Gesicht.
“Nett? Clara, sie stehlen unser Geld und behandeln mich wie ein Objekt!”, platzte es aus mir heraus.
Ich konnte die Enttäuschung in meiner Stimme nicht verbergen. Sie verstand es einfach nicht.
“Ich weiß nicht, Lena”, sagte Clara langsam.
“Vielleicht gibt es eine Erklärung? Jonas war immer so ein gütiger Mensch. Und Helga hat der Gemeinde so viel gegeben.”
Ich hatte das Gefühl, gegen eine Wand zu reden. Claras Bild von ihnen war so perfekt, so unantastbar.
“Sie inszenieren sich perfekt, Clara!”, erwiderte ich verzweifelt.
“Das ist alles nur eine Fassade! Sie benutzen die Spiritualität, um Menschen auszunutzen!”
“Ich… ich weiß nicht, Lena”, wiederholte Clara.
“Ich kann mir das einfach nicht vorstellen. Ich habe sie doch bei den Gemeindetreffen gesehen. Sie wirken so aufrichtig.”
Clara kannte Jonas und Helga nur von den Sonntagstreffen im Penthouse. Sie sah die strahlenden Gesichter, die inspirierenden Reden, die vermeintliche Nächstenliebe.
Sie hatte die perfekte Inszenierung der Gemeinschaft erlebt. Die gut geölte Maschine, die Helga aufgebaut hatte, um ihre Opfer zu blenden.
“Du bist hochschwanger, Lena”, fuhr Clara fort, ihre Stimme wurde sanfter, aber nicht weniger zweifelnd.
“Vielleicht bist du gerade sehr emotional? Die Hormone?”
Ein weiterer Stich. Meine Gefühle wurden als Schwangerschaftslaunen abgetan, nicht als berechtigte Sorge.
“Ich bin nicht verrückt, Clara!”, sagte ich, meine Stimme brach fast.
“Ich bin nicht einfach nur emotional. Ich sehe, was passiert!”
Clara seufzte.
“Ich will dir ja glauben, Lena. Aber es ist so eine extreme Anschuldigung. Ich… ich möchte dich nur warnen, nicht vorschnell zu urteilen.”
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