Chapter 2: Die Eintracht

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Ihr Schwiegervater schlug sie vor allen, aber sie nutzte ein verstecktes Talent, um sein gesamtes Kultimperium zu Fall zu bringen – und entfesselte dabei etwas viel Schlimmeres.

Chapter 1: Der rote Fleck

Chapter 2: Die Eintracht

Chapter 3: Das alte Hauptbuch

Chapter 4: Der erste Kontakt

Chapter 5: Die versteckte Kamera

Chapter 6: Dr. Richters Schatten

Chapter 7: Ryans Last

Chapter 8: Das interne Tribunal

Chapter 9: Die Falle schnappt zu

Chapter 10: Der Gegenangriff

Chapter 11: Richters Dilemma

Chapter 12: Das verschlüsselte Hauptbuch

Chapter 13: Ryans Pille

Chapter 14: Lenas Fund

Chapter 15: Die erpressten Mitglieder

Chapter 16: Charles’ Ultimatum

Chapter 17: Die Wahl

Chapter 18: Vor dem Sturm

Chapter 19: Der letzte Schachzug

Chapter 20: Das Duell

Ich saß auf Lenas abgenutztem Sofa, die Hände um eine Tasse kalten Kamillentee geklammert. Die Nacht hatte sich lang und unerwartet dunkel angefühlt, seit ich die Villa der Falkenbergs verlassen hatte. Mein Kopf dröhnte noch immer von Charles’ Schlag und Ryans kalten Worten, doch Lenas Enthüllung über Ryans versuchten Warnung hatte eine neue, brennende Frage in mir geweckt.

Es musste mehr hinter all dem stecken, als ich bisher ahnte. Charles’ Grausamkeit wirkte nicht mehr wie reine Willkür, sondern wie ein Teil eines größeren, unheimlichen Mechanismus. Ich wusste, dass ich tiefer graben musste, um das wahre Ausmaß seiner Macht zu verstehen.

Lena reichte mir ein altes Fotoalbum, das sie in einem Stapel alter Zeitschriften gefunden hatte. Es zeigte Bilder von Charles in jungen Jahren, umgeben von ernsten Männern in traditioneller deutscher Kleidung, alle vor einem imposanten, alten Gebäude. Die Bilder waren körnig und vergilbt, aber die starren Gesichter und die fast militärische Haltung der Männer sprachen Bände.

„Diese Leute… sie sahen immer so ernst aus“, sagte Lena leise.

„Nie ein Lächeln. Es war immer eine Versammlung, keine Feier.“

Ich nahm das Album in die Hand, meine Finger strichen über das glatte Papier. Mir war nie in den Sinn gekommen, die Falkenbergs oder die Eintracht als etwas anderes zu betrachten als einen reichen, exklusiven Verein. Doch die Fotos zeigten etwas viel Älteres, etwas viel Respektgebietenderes.

Die Kleidung der Männer, die Symbole, die auf ihren Anstecknadeln glänzten – all das deutete auf eine tief verwurzelte Tradition hin. Ich hatte in der Universität eine Vorlesung über historische Gesellschaften belegt, und diese Bilder erinnerten mich an etwas, das ich damals als obskure Fußnote abgetan hatte. Es war eine Ahnung, die sich in meinem Magen festsetzte, kalt und unheilvoll.

„Lena, erinnerst du dich, dass Charles immer von ‚alten Werten‘ und ‚Wiederherstellung‘ sprach?“, fragte ich.

Sie nickte langsam, ihre Augen waren wachsam.

„Ja, immer. Aber ich dachte, das wäre nur sein Weg, um altmodische Ansichten zu rechtfertigen.“

„Ich glaube, es ist mehr“, erwiderte ich, mein Blick wanderte über die ernsten Gesichter im Album.

„Ich glaube, die Eintracht ist keine Sekte im modernen Sinne. Es ist etwas Älteres, etwas, das tief in der deutschen Geschichte verwurzelt ist.“

Ich holte mein altes Laptop hervor, das ich seit meiner Hochzeit kaum noch benutzt hatte. Früher hatte ich meine Tage damit verbracht, komplexe Finanzmodelle zu analysieren und undurchsichtige Buchhaltungspraktiken zu entwirren. Dieses Talent, das ich als forensische Buchhalterin entwickelt hatte, war meine geheime Waffe gewesen – eine Waffe, die ich vor meiner Heirat in die Falkenberg-Familie gut versteckt hatte, da Charles solche „unweiblichen“ Fähigkeiten verachtete.

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