Chapter 8: Das interne Tribunal

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Ihr Schwiegervater schlug sie vor allen, aber sie nutzte ein verstecktes Talent, um sein gesamtes Kultimperium zu Fall zu bringen – und entfesselte dabei etwas viel Schlimmeres.

Chapter 1: Der rote Fleck

Chapter 2: Die Eintracht

Chapter 3: Das alte Hauptbuch

Chapter 4: Der erste Kontakt

Chapter 5: Die versteckte Kamera

Chapter 6: Dr. Richters Schatten

Chapter 7: Ryans Last

Chapter 8: Das interne Tribunal

Chapter 9: Die Falle schnappt zu

Chapter 10: Der Gegenangriff

Chapter 11: Richters Dilemma

Chapter 12: Das verschlüsselte Hauptbuch

Chapter 13: Ryans Pille

Chapter 14: Lenas Fund

Chapter 15: Die erpressten Mitglieder

Chapter 16: Charles’ Ultimatum

Chapter 17: Die Wahl

Chapter 18: Vor dem Sturm

Chapter 19: Der letzte Schachzug

Chapter 20: Das Duell

Ryans Geständnis über seine Krankheit und Charles’ perfide Kontrolle über seine medizinische Versorgung hatte mich tief erschüttert. Die Grausamkeit seines Vaters kannte keine Grenzen. Doch Ryans Hinweis auf die allgegenwärtige Macht der Eintracht, die „überall“ war, ließ mich über die Konsequenzen meines Handelns nachdenken. Was passierte mit denen, die Charles herausforderten und scheiterten?

Ich kontaktierte Silas Berger und bat ihn um Informationen über das interne Justizsystem der Eintracht. Ich musste verstehen, welche Risiken ich und Ryan eingingen, falls wir entdeckt wurden. Silas war gewohnt, direkt zu handeln, aber meine Frage schien ihn kurz innehalten zu lassen.

„Sie graben an sehr empfindlichen Stellen, Emily Schmidt“, sagte Silas am Telefon, seine Stimme war ernster als sonst.

„Die Eintracht schützt ihre Geheimnisse mit allen Mitteln.“

„Ich weiß“, erwiderte ich.

„Aber ich muss verstehen, was mit ‚Abtrünnigen‘ geschieht. Ryan sagte, sie seien überall. Was bedeutet das?“

Silas zögerte einen Moment.

„Sie müssen sich im Klaren sein, dass die Eintracht nicht wie eine normale Organisation ist. Sie haben ihre eigenen Regeln, ihre eigene Gerichtsbarkeit. Und die ist weitaus schlimmer als jedes staatliche Gericht.“

„Erzählen Sie es mir“, forderte ich.

„Die Eintracht hat ein internes Tribunal“, begann Silas.

„Es sind keine Richter im traditionellen Sinne, die dort sitzen. Es sind unsichtbare Richter, bestehend aus den ältesten und einflussreichsten Familien der Eintracht. Sie tagen im Geheimen, ihre Urteile werden nie öffentlich bekannt gegeben.“

Ein kalter Schauer lief mir über den Rücken. Unsichtbare Richter. Das klang wie etwas aus einer anderen Zeit, einem dunklen Märchen.

„Was passiert mit den Verurteilten?“, fragte ich, meine Stimme war angespannt.

„Ein Abtrünniger wird nicht verhaftet, Emily Schmidt“, sagte Silas.

„Er wird beurteilt. Und dann wird er ‚auf die sanfte Art‘ entfernt.“

„Was bedeutet ‚auf die sanfte Art‘?“, fragte ich, mein Herz pochte.

„Es bedeutet, dass er spurlos verschwindet“, erwiderte Silas.

„Jede Verbindung zur Eintracht wird gekappt. Finanziell, sozial, sogar familiär. Es ist, als hätte es diese Person nie gegeben.“

Diese Enthüllung war ein Schock. Es war nicht nur eine Drohung mit dem Verlust von Freiheit oder Vermögen. Es war die Androhung der vollständigen Auslöschung der Identität, der Existenz. Das war weitaus schlimmer als jede Gefängnisstrafe, die ich mir hätte vorstellen können.

„Keine Leichen. Keine Gerichtsverfahren. Nur Stille“, fuhr Silas fort.

„Die Eintracht ist darauf bedacht, ihre Integrität nach außen zu wahren. Sie wollen keine Schlagzeilen. Sie wollen keine Ermittlungen. Sie wollen einfach nur, dass ein Problem verschwindet.“

Ich erinnerte mich an die erste Begegnung mit Charles nach der Kommunion, als er mich vor allen bloßgestellt hatte. Seine Worte, „Entweder Sie entschuldigen sich oder verschwinden“, klangen jetzt mit einer neuen, bedrohlichen Bedeutung in meinen Ohren. Er hatte mir nicht nur mit dem Rauswurf aus der Villa gedroht, sondern mit der Auslöschung meiner Identität.

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