Ihr Schwiegervater schlug sie vor allen, aber sie nutzte ein verstecktes Talent, um sein gesamtes Kultimperium zu Fall zu bringen – und entfesselte dabei etwas viel Schlimmeres.
Die Erkenntnis, dass Charles Falkenberg in potenziell illegale Waffengeschäfte verwickelt war und eine ominöse „Bruderschaft“ erwähnte, hatte meinen Entschluss nur noch verstärkt. Ich musste noch tiefer graben, um das volle Ausmaß seiner Machenschaften zu verstehen. Mein nächstes Ziel war Dr. Klaus Richter, Charles’ Buchhalter.
Richter war ein unscheinbarer Mann, pedantisch und ängstlich, aber er war das finanzielle Gedächtnis der Falkenbergs. Er wusste alles über Charles’ Finanzen und die undurchsichtigen Geldströme der Eintracht. Ich hatte ihn in der Villa oft gesehen, immer mit gesenktem Blick und einer Mappe unter dem Arm.
Die Aufnahmen von Silas’ versteckten Kameras zeigten Richter regelmäßig in Charles’ Büro. Ihre Gespräche waren meist technisch und drehten sich um Konten, Steuern und „Optimierungen“. Nichts Außergewöhnliches auf den ersten Blick, aber meine geschulten Ohren hörten die Nuancen.
Ich beauftragte Silas, Richter zu beschatten. Ich brauchte zu wissen, wo er sich außerhalb der Villa bewegte, mit wem er sprach, welche Orte er besuchte. Silas’ Team war effizient. Innerhalb von zwei Tagen erhielt ich einen detaillierten Bericht über Richters tägliche Routinen.
Richter verbrachte seine Tage in seinem Büro in einem konservativen Bankgebäude in der Innenstadt, ging zum Mittagessen immer in dasselbe italienische Restaurant und fuhr dann nach Hause in ein kleines Reihenhaus in einem ruhigen Vorort. Alles schien völlig normal.
Doch eine Woche später kam ein ungewöhnlicher Eintrag in Richters Bericht: Ein Treffen in einem unscheinbaren Bürogebäude in einem heruntergekommenen Viertel, weit entfernt von seinem üblichen Arbeitsplatz. Es war ein Gebäude, das auf den ersten Blick keine großen Geschäfte vermuten ließ.
„Das ist verdächtig“, sagte ich zu Lena, als ich ihr den Bericht zeigte.
„Warum sollte Charles’ top-Buchhalter sich in so einem Gebäude treffen?“
Ich bat Silas, das Gebäude zu überwachen und, wenn möglich, Abhörgeräte zu platzieren. Die Wände des Gebäudes waren dünn, und die Büros schienen nicht besonders gesichert zu sein. Es war eine riskante Operation, aber Silas’ Team schaffte es, in einem Nebenraum Mikrofone zu installieren.
Zwei Tage später erhielt ich die Aufnahmen des Treffens. Ich saß mit Lena vor meinem Laptop, die Kopfhörer fest auf den Ohren. Die Qualität war nicht perfekt, aber die Stimmen waren klar zu erkennen. Es waren Richter und ein anderer Mann, dessen Stimme ich nicht zuordnen konnte.
Die Unterhaltung begann harmlos, mit Smalltalk über das Wetter und die Wirtschaft. Aber dann wechselte sie schnell zu Zahlen und „Steueroptimierungen“. Richter war angespannt, seine Stimme war leise und fast ängstlich.
„Die Stiftung zum Wohle der deutschen Kultur“, sagte der andere Mann.
„Die Gelder fließen reibungslos durch.“
Richter nickte hörbar.
„Ja, der letzte Transfer von 2,5 Millionen Euro aus der Zürcher Dependance wurde erfolgreich getätigt. Aber die Prüfer… sie werden misstrauisch.“
Lena und ich tauschten einen Blick. „Stiftung zum Wohle der deutschen Kultur“ – das war eine der gemeinnützigen Organisationen, die ich in meinen ersten Recherchen über die Eintracht entdeckt hatte. Ihre Zwecke waren vage, ihre Finanzierung undurchsichtig. Jetzt wusste ich warum.
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